Studiomonitore aufstellen und Raumakustik verbessern

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Aktustik verbessern Tonstudio

Da ist er endlich: der eigene Raum für dein Tonstudio. Egal, ob Arbeitszimmer, Keller oder Abstellkammer. Hier soll nun dein eigenes Tonstudio entstehen. Dein Equipment steht schon aufgestapelt in der Ecke? Du bist voller Tatendrang? Dann lass uns loslegen! Aber wie?

Ok, da ist die Tür, dort das Fenster, dann sieht es am besten aus, wenn hier die Abhörmonitore (Studiomonitore, Monitorboxen) stehen. Am liebsten möchte man vor allem nach optischen Gesichtspunkten entscheiden. Und ja, im Tonstudio soll man sich auf jeden Fall wohlfühlen. Doch sollte die Optik erst an zweiter Stelle stehen. Denn was nutzt dir ein Tonstudio, wenn der Sound, den du hörst, nicht der „Wahrheit“ entspricht.

Die Akustik ist ein wichtiger Faktor der zu Unrecht (!) oft unterschätzt wird. Ohne einen akustisch optimierten Raum kommst du beim Abmischen nicht über ein bestimmtes Niveau hinaus. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut dein Gehör oder dein Talent ist.

Bei einem bestimmten Budget für dein Tonstudio solltest du vor allem in gute Studiomonitore (Abhörmonitore, Monitorboxen) und in einer guten Akustik investieren. Auf Rang 2 folgen erst PC, Audio-Interface, Software und Plugins usw.

Denn mit schlechten Studiomonitoren und einer schlechten Raumakustik wirst du viele Fehler beim Einstellen der Equalizer, Kompressoren und den anderen feinen Sachen, die es so auf dem Markt gibt, machen. Das kostet Nerven und viel Zeit und dennoch kann dein abgemischter Song nicht mit Profi-Mischungen mithalten.

Falls dein Homestudio noch nicht akustisch optimiert ist, erkennst du dich vielleicht bei ein paar Beispielen wieder:

  • der Bass dröhnt
  • die Kick ist zu laut
  • die Stimme (Gesang) setzt sich nicht durch
  • die Hi-Hat klingt dumpf oder zu spitz
  • der Song hat zu viel Hall
  • mix klingt dumpf
  • mix klingt dünn
  • mix klingt blechern
  • mix klingt matschig
  • mix klingt überall anders

Deswegen krempel nun die Ärmel hoch und lass uns loslegen. Wir beginnen mit der Aufstellung der Studiolautsprecher, die auch Abhörmonitore, Studiomonitore oder Monitorboxen genannt werden.

Die Raumakustik ist eine Wissenschaft für sich. Grundsätzlich ist für die perfekte Abhörumgebung die Zusammenarbeit mit einem Akustiker, wie beispielsweise MB Akustik oder HOFA, empfehlenswert.

Voraussetzungen für den ersten Schritt sind:

  1. Gute Studiomonitore
  2. Gute, stabile und schwere (z.B. mit Sand gefüllte) Monitorständer (Monitorstativ), auf dem die Studiomonitore hinter dem Tisch oder Mischpult stehen. Je schwerer, desto besser. Noch keinen Monitorständer? Empfehlenswerten Monitorständer bei Thomann ansehen.*

Außerdem ist es wichtig, bevor die Studiomonitore richtig aufgestellt werden, die Studiolautsprecher vom Aufstellungsort zu entkoppeln. Und falls du mehr als ein Zimmer zur Auswahl hast, das richtige Zimmer auszuwählen. Dazu wird kurz im Folgenden eingegangen, bevor wir loslegen.

Lautsprecher vom Aufstellungsort (Studiostative, Studioständer) entkoppeln

Die Energie, die durch die Membran eines Lautsprechers erzeugt wird, wird in
Schall umgewandelt. Wenn viel Energie über das Gehäuse, den Ständer und/oder
Arbeitsplatte übertragen wird, hat das Einfluss auf den Frequenzgang. Wenn wir
z.B. auf der Arbeitsplatte eine starke Vibration spüren, dann wir diese Energie
dem Lautsprecher entzogen und nicht abgestrahlt. Oder andere Frequenzen regen
etwas zum Mitschwingen an und erzeugen dadurch einen Ton. Dadurch hat man nicht
mehr den Frequenzgang, wie es vom Hersteller ursprünglich geplant war.
Ein Lautsprecher ohne Entkopplung beeinflusst stark den Klang. Spikes sind nicht so empfehlenswert. Man weiß nicht genau, wo die einzelnen Spikes den Druckpunkt abgreifen und welche Frequenz letztendlich getroffen wird.
Besser sind Isolation-Pads, kurz ISO-Pads. Sie dienen als Entkopplungsunterlage. ISO-Pads bei bei Thomann ansehen.*

Der passende Raum für eine gute Raumakustik

Eine gute Raumakustik beginnt bereits mit der Auswahl des richtigen Raums. Auch der geeignete Mixing-Raum muss behandelt werden, jedoch wird es deutlich einfacher den Frequenzgang in den Griff zu kriegen. Dazu ein paar wichtige Hinweise für einen empfehlenswerten Raum bzw. für ungeeignete Räume:

  1. Raumgröße: Wenn wir theoretisch nur das Volumen des Raumes bei gleichen Verhältnisse der Höhe, Länge und Breite vergrößern, dann verschiebt sich die gesamte Eigenfrequenzverteilung zu den tieferen Frequenzen. Das bedeutet: Je größer also der Raum, desto unproblematischer sind tiefe Frequenzen.
  2. Größere Räume (mit empfehlenswerten Raummaßen) haben eine gleichmäßigere Verteilung der Raummoden bis in tiefen Frequenzbereiche. Das Ergebnis: Ein deutlich ausgewogenerer Frequenzgang bevor überhaupt die Raumakustik verbessert wird.
  3. Quadratisch ist nicht wie bei einer bestimmten Schokolade praktisch und gut: Räume, bei denen alle Kantenlängen gleich lang sind, sollten nicht für ein Musik-Studio, Tonstudio oder Mastering-Studio genutzt werden. Bei so einem würfelförmigen Raum fallen die drei Eigenfrequenzen auf ein und dieselbe Frequenz. Es würde sehr schwer bis unmöglich sein, den Raum so zu behandeln, dass diese tiefe Frequenz nicht dröhnt. Außerdem würden große Lücken im Frequenzgang zwischen den Frequenzen entstehen.
  4. Neben dem Raum, bei dem alle Kantenlängen gleich lang sind, sollten auch Räume vermieden werden, die doppelt so lang wie breit, doppelt so lang wie hoch, genauso hoch, wie breit, dreimal so lang wie hoch usw. sind. Sie sollen sich also in ihren Maßen unterscheiden.

Schritt 1: Die Studiomonitore richtig aufstellen

Am besten lässt du zunächst dein Equipment (Studiotisch, Produzentenstuhl, PC, Audio-Interface) draußen, sodass dein Homestudio bzw. Tonstudio ganz leer ist. Nun nimmst du beide Studiomonitore, die jeweils auf einem Monitorstativ stehen, und stellst sie nach den folgende Grundlagen und Tipps in Stereoposition auf:

  1. Die Hochtöner deiner Monitorboxen sollte auf einer Ebene mit deinen Ohren sein und auf die Ohren gerichtet sein. Du solltest unbedingt vermeiden, die Monitorboxen auf der Hälfte der Raumhöhe zu platzieren.Tipp: Eine leichte Erhöhung der Abhörmonitore mit einer Neigung nach unten minimiert Reflexionen von der Tischoberfläche und Decke. Die Hochtöner sollten hierbei trotzdem auf Hörposition ausgerichtet sein. Einfach mal ausprobieren, falls du zu starke Decken- oder Tischoberflächen-Reflexionen haben solltest. Dafür gibt es auch Schaumstoff-Isolations-Pads zu kaufen. Diese entkoppeln zudem die Studiomonitore – wie oben beschrieben – vom Untergrund.
  2. Der Abstand der Studiomonitore sollte grob 1 bis 2 m betragen. Bei kleineren Räumen wähle eine kleinere Entfernung. Ein guter Anhaltspunkt ist dann deine Armlänge. Ja, 30-50 cm ist dann eine gute Wahl. Der Direktschall ist dann am Ohr viel lauter als der danach

    ankommende reflektierende Schall (Nachhall des Raumes). Dafür brauchst du Koaxial-Lautsprecher, wie die sehr empfehlenswerten KS Digital C5-Reference*. Dann ist die später erklärte Einmessung auch nicht ganz so lebenswichtig. Denn diese wird vor allem wegen des „bösen“ reflektierenden Schalls gemacht.

    Koaxial-Lautsprecher sind dann aber wirklich sehr wichtig. 2-Wege- oder 3-Wege- oder Mehrwegsysteme funktionieren im extremen Nahlfeld nicht gut. Extremes Nahfeld heißt, dass die Lautsprecher sehr nah am Ohr stehen (Abstand von 30-50 cm). Bei 2-Wege- oder 3-Wege- oder Mehrwegsysteme sollte ein gewisser Mindestabstand eingehalten werden, ansonsten werden zu große Unterschiede gehört (anderen Klangeindruck) durch den Hoch-, Mittel und Tieftöner, wenn man seinen Kopf nach oben und unten bewegt. Bei Koaxial-Lautsprechern haben wir das Problem nicht, da die verschiedenen Wege auf einer Achse liegen.
  3. Deine Lautsprecher und Ohren sollten ein gleichseitiges Dreieck bilden. Gleichseitiges Dreieck? Das bedeutet, die Lautsprecher haben den gleichen Abstand zueinander wie die Hochtöner zu deinen Ohren (drei gleichlange Seiten). Der Winkel der Boxen beträgt hierbei 30°. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass am Abhörplatz die Audiosignale bezüglich der Ortung und Tiefenstafflung richtig abgebildet werden. Es ist jedoch nicht dramatisch, wenn für deinen Raum ein anderer Winkel der Studiolautsprecher bessere Ergebnisse liefert – die Studiolautsprecher also enger oder etwas weiter auseinander stehen. Sehr wichtig ist aber in jedem Fall die Einhaltung der Symmetrie unter Punkt 6.
Das gleichseitige Stereodreieck. Das Abhördreieck ist wichtig für die Beurteilung des Stereo-Panoramas.

4. Dein Abhörplatz sollte in Längsrichtung ausgerichtet sein. An deinem Abhörplatz schaust du also auf die kurze Wand im Zimmer.

5. Dein Kopf sollte bei ca. 38% der Länge deines Zimmers sein. Beispiel: Dein Homestudio ist 10 m lang. Dann sollte dein Kopf von der kurzen Wand, auf der du schaust, ca. 3,80 m entfernt sein. Vermeide unbedingt, den Abhörplatz in der Mitte des Raumes zu platzieren!

Formel: 38% * Länge des Raums (z.B. 15 m) / 100 = Abstand von der kurzen Wand, zu der du am Abhörplatz guckst (bei einer Länge des Raums von z.B. 15 m beträgt der Abstand 5,7 m).

Wie bereits unter Punkt 2 erwähnt: Wenn dein Raum klein ist, reicht auch ein kleiner Abstand zu deinen Nahfeldmonitoren bzw. Koaxial-Lautsprechern.

  1. Die Abhörposition, die Studiomonitore und der Studiotisch sollten links und rechts zur Wand den gleichen Abstand haben (symmetrisch sein). Am besten haben die Studiomonitore mindestens 1 m Abstand zur linken und rechten Wand.
  2. Neben der Symmetrie sollte links und rechts vom Abhörplatz keine unterschiedlichen Gegenstände stehen (z.B. links eine Couch, rechts ein Regal)
  3. Die Studiomonitore sollten nur mit Abstand von der Wand gestellt werden, wenn du diese auch mindestens 2 m entfernt von der Wand aufstellen kannst, ohne dabei in der Mitte des Raums zu sitzen oder sogar noch weiter hinten. Normalerweise hat man für sein Homestudio keinen großen Raum zur Verfügung. Daher ist es oft die bessere Variante, die Studiomonitore nah an der Wand zu stellen. Dadurch hast du weniger Probleme im Bassbereich und unteren Mittenbereich. Das Problem verlagert sich dann in den hohen Frequenzen, was deutlich einfacher zu behandeln ist, da nur dünne Absorber dafür benötigt werden. Absorber? Dazu später mehr.
  4. Stelle die Lautsprecher nicht in die Ecken deines Raumes.
  5. Für kleinere Räume sind Studiomonitore zu empfehlen, die nicht ganz so groß sind und dadurch die tiefen Bässe nicht wiedergeben können.
  6. Beachte die Tipps im vorherigen Abschnitt über die Raumauswahl. Versuche z.B. generell quadratische Räume als Tonstudio (Homestudio, Studio) zu vermeiden.

Bei einem 2-Weg-System ist grundsätzlich eine vertikale Aufstellung der Boxen zu empfehlen. Bei horizontaler Aufstellung führen die unterschiedlichen Entfernungen der Abstände von Hoch- und Tieftönern zu Einbrüchen im Bereich der Übergangsfrequenz.

Diese Tipps dienen der groben Orientierung. Jeder Raum verhält sich anders. Um nun die optimale Position zu bestimmen, nehme deinen Produzentenstuhl und höre dir einmal an, wie die Musik von der aktuellen Lautsprecherposition klingt.

Dein Raum eignet sich insgesamt nicht für das Mixing? Du hast nur die Hälfte deines Raumes für das Abmischen zur Verfügung? Dann ist es empfehlenswert, dass du möglichst dicht an deine Studioboxen sitzt! Deine Armlänge ist eine gute Orientierung für die Entfernung zu deinen Lautsprechern. So hörst du weniger Reflexionen, die in deinem Raum entstehen. Denke aber an das Stereodreieck bzw. gleichseitige Dreieck wie oben unter Punkt 3! Es kann ruhig klein sein, z.B. ca. 30-50 cm, aber halte dieses ein! Sehr empfehlenswert sind dafür Studioboxen mit Coax-Chassi, wie z.B. die sehr guten KS Digital C5-Reference*. Wirklich sehr empfehlenswert für nahes Abhören in ungeeigneten Mixing-Räumen!

Dazu nimmst du einen Verstärker, falls es keine Aktivboxen sind, und beispielsweise dein Smartphone / MP3-Player mit Musik, von der du genau weißt, wie sie klingen sollte. Vergiss dabei nicht, die Tür zu schließen. Mit offener Tür klingt es anders! Ja, man sollte hier wirklich auf Details achten. Es lohnt sich.

Jetzt beginnt das „große Lautsprecherrücken“. Verschiebe die Lautsprecherstative nun immer um jeweils ca. 10 cm. Dabei ist es empfehlenswert, die Tipps im Hinterkopf zu haben. Klingt der Song nun so, wie du es gewohnt bist? Probiere nach und nach die verschiedenen möglichen Lautsprecherpositionen aus. Oft sind es Kleinigkeiten, die eine große Wirkung erzielen.

Notiere dir dazu immer die jeweilige Aufstellung, entweder per Skizze oder mit einem Foto per Smartphone. Schreibe dir dazu jeweils einen Kommentar auf. Was hat dir an der Position gut gefallen? Klang der Song so, wie du es gewohnt bist?

Profi-Tipp: Damit du die Entfernung der Gegenstände zu den Wänden genau messen kannst, ist ein Laser-Entfernungsmesser sehr empfehlenswert. Genauer und schneller kann man nicht messen.

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Anschließend kannst du – falls vorhanden – deine Couch und/oder dein Teppich nach dem gleichen Prinzip in deinem neuen Tonstudio positionieren. Höre immer genau hin! Notiere dir wieder die verschiedenen Positionen und kommentiere diese. Jeder neue Gegenstand ändert den Sound stark. Es ist nicht übertrieben, wenn du dir dafür einen ganzen Tag Zeit nimmst.

Die Couch steht in vielen Tonstudios hinter dem Toningenieur an der kurzen Wand.

Probiere auch verschiedene Positionen mit deinem Produzentenstuhl aus. Sitze dabei nicht zu dicht an deinen Boxen. Die Leute, die deine Musik hören, kleben auch nicht an der Box – höchstens ein paar Besoffene in einer Disco.

Am Ende solltest du dich für den besten Kompromiss aus guter Optik und guter Akustik entscheiden. Anschließend folgt der zweite Schritt.

Info: Ein Studiolautsprecher kann auch in die Wand eingelassen werden, sofern die Wand massiv ist. Der Vorteil ist, dass der Lautsprecher dann eine definierte
Begrenzungsfläche hat. Hat man den Lautsprecher vor der Wand zu stehen, wird der
Schall von der hinteren Wand reflektierte. Das kann zur Frequenz Erhöhung oder
Abschwächung führen.

Schritt 2: Flatterechos vermeiden

Im Schritt 2 solltest du die Flatterechos loswerden. Flatterechos sind Reflexionen, die deutlich wahrnehmbar sind, wenn man in die Hände klatscht. Diese Reflexionen machen den Sound matschig und muffig. Das wollen wir nicht!

Neben deinem Teppich und deiner Couch brauchst du Vorhänge und vor allem Absorber. Vorhänge gibt es auch bei einem Akustiker, wie beispielsweise HOFA oder MB Akustik. Diese verringern die Nachhallzeit und Raumreflexionen noch besser als handelsübliche Vorhänge.

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Unverzichtbar sind Absorber. Was ist ein Absorber? Einfach ausgedrückt, „schlucken“ Absorber den Schall. Diese werden an den Wänden und Decken in Tonstudios, Aufnahmeräume und überall dort, wo eine gute Raumakustik benötigt wird, angebracht. Sie vermeiden direkte Reflexionen, reduzieren den Nachhall und können das Stereobild deutlich verbessern. Ohne Absorber ist es unmöglich bis sehr schwierig abzumischen.

Grundsätzlich sollten nur so wenig wie möglich Materialien eingesetzt werden, die eine geringe Schichtdicke haben. Dazu zählen

Teppiche,
leichte Vorhänge,
dünne Schaumstoffmatten oder
Noppenschaum.

Diese Materialien absorbieren nur hohe Frequenzen. Da hohe Frequenzen nicht viele Absorber benötigen, um gedämpft zu werden, würde so schnell eine Überdämpfung der Höhen eintreten. Der Raum würde also schnell dumpf klingen. Tonstudios mit geringer Deckenhöhe, die mit Teppich ausgelegt sind, klingen ohne weitere Akustikmaßnahmen bereits dumpf.

Woher bekomme ich Absorber? Zum einen bieten Akustiker Absorber an. MB Akustik bietet beispielsweise verschiedene Größen und Farben an. Je nach Größe absorbiert dieser Absorber unterschiedliche Frequenzen.

Auch HOFA bietet Absorber an, die in verschiedenen Farben bestellt werden können. Diese reduzieren die mittleren und hohen Frequenzen im Homestudio bzw. Tonstudio. Die Absorber bestehen aus dem Akustik-Schaumstoff Basotect. Da Basotect optisch nicht wirklich ansprechend aussieht, ist dieser bei HOFA mit einem Stoff bespannt, der in verschiedene Farben erhältlich ist. Zudem ist der Akustik-Schaumstoff dadurch besser geschützt.

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Gewöhnlicher Schaumstoff ist nicht so effektiv wie Basotect und daher nicht zu empfehlen.

Für die Anbringung an deiner Wand und Decke gibt es den sogenannten Wechselrahmen von HOFA. In dem Wechselrahmen passen jeweils zwei Absorber hinein. Außerdem bietet HOFA eine kostenlose Akustikberatung an. Sehr löblich. Dazu einfach HOFA die Maße des Raumes und ein paar Bilder schicken. HOFA Wechselrahmen bei Thomann ansehen.*

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Als grober Richtwert ergibt sich für eine Regie ca. 1 Modul pro m³ und für einen Proberaum ca. 0,5 Module pro m³. Je größer der Raum also ist, desto mehr Absorber werden benötigt.

Zum anderen kann man einen Absorber auch selberbauen.

Akustikelemente selber bauen folgt.

Absorber positionieren

Besonders störend sind Erstreflexionen. Diese treffen von den Hochtönern deiner Studiomonitore auf die Seitenwände und von dort aus auf deine Ohren. Sie treffen innerhalb der ersten 15 ms nach Eintreffen des Direktschalls auf deine Ohren, und zwar nach dem Prinzip „Einfallswinkel=Ausfallswinkel“. Wenn dagegen nichts unternommen wird, wirst du Probleme beim Abmischen haben:

  • Der Gesang wird zu laut sein.
  • Der Sound klingt diffuser als er ist.
  • Audiosignale können nicht exakt geortet werden.
  • Der Hallanteil wird falsch eingeschätzt.

Um die exakte Position der Absorber gegen die Erstreflexionen zu bestimmen, gibt es einen Trick bzw. Tipp:

Setze dich an die Mixposition und richte deinen Kopf so aus, wie du ihn auch beim Abmischen hättest. Bitte nun einen Freund, einen Spiegel in die Hand zu nehmen und sich an der Seitenwand zwischen dir und den Boxen hinzustellen. Er soll den Spiegel nun so bewegen, dass du im Spiegel den Hochtöner deines Studiolautsprechers siehst. Genau dort gehört ein großer, langer Absorber hin!

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, symmetrisch zu arbeiten.

Selbstverständlich gehört der gleiche Absorber auch auf der anderen Seitenwand an der gleichen Stelle zwischen dir und den Lautsprechern. Es ist bei der Optimierung der  Raumakustik allgemein empfehlenswert, immer symmetrisch zu arbeiten.

Als nächstes montiere zwischen deinem Abhörplatz und den Monitorboxen einen Absorber an deine Decke. Dieser sollte ungefähr so groß wie dein Studiotisch sein. Falls du einen kleinen Minitisch hast, dann sollte der Absorber größer sein als der Tisch.

Ein Absorber an deiner Decke minimiert Reflexionen zwischen Boden und Decke.

Die bis jetzt angebrachten Absorber werden wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Reflexionen loszuwerden. Füge weitere Absorber hinzu. Am Ende soll dein Tonstudio nicht tot klingen, sondern eine Mischung aus Live- und Kinosound haben und es dürfen keine Flatterechos mehr zu hören sein.

Tipp: Inspirationen kannst du dir auch auf den Internetseiten der Akustiker holen. Dort werden in der Regel Beispiele aufgezeigt, wie ein Tonstudio optimiert wurde. Oft entdeckt man bei der Positionierung der Akustikelemente wiederkehrende Muster.

Wenn du dir nun eine CD oder Musik über einen Streaming-Dienst anhörst, wirst du von der Akustik begeistert sein. Aber Vorsicht! Profi-Mischungen zeichnen sich ja dadurch aus, dass diese überall gut klingen. Falls du schon ganz gut abmischen kannst, versuche nun mit deiner optimierten Akustik einen Song abzumischen.

Anschließend höre diesen über Kopfhörer, auf deiner Stereoanlage im Wohnzimmer, im Auto und/oder bei Freunden ab. Der Mix sollte nun über 400 Hz gut klingen.

Wenn der Mix

  • zu spitz klingt oder die Hallanteile zu stark sind, ist das Tonstudio zu stark gedämpft. Lösung: Nehme etwas von den Absorber und/oder Vorhängen weg.
  • zu dumpf oder zu trocken klingt, ist der Raum noch zu wenig gedämpft. Lösung: Nehme etwas mehr von den Absorbern und/oder Vorhängen.

Taste dich so Schritt für Schritt an die beste Akustik heran. Dabei solltest du dich aber auch immer in deinem Homestudio / Tonstudio wohlfühlen. Gibt es vielleicht Dinge, die dich ablenken? Stimmt die Ergonomie?

Es gibt Tonstudios, die eignen sich besonders gut für Hip-Hop-Produktionen. Dann gibt es Tonstudios, die sich besonders gut für Rock-Produktionen eignen. Die Studios wurden nicht von vornherein so konzipiert, dass man bestimmte Musikrichtungen dort besonders gut abmischen kann. Es hat sich erst im Nachhinein herausgestellt, dass diese sich für bestimmte Musikrichtungen besonders gut eignen.

Fazit: Bessere Raumakustik mit diesen Tipps

Befolge die Tipps und Anleitung, um strukturiert deine Raumakustik zu verbessern. So kannst du erst einmal ohne komplizierte wissenschaftliche Erläuterung und Hintergrundwissen eine gute Akustik in deinem Raum haben.

Bis jetzt haben wir uns aber nur auf die mittleren und hohen Frequenzen konzentriert. Besonders schwierig ist es, die Schallenergie im unteren Bereich des Frequenzspektrums in den Griff zu kriegen. Daher widmen wir uns mit voller Energie im nächsten Artikel den tiefen Frequenzen.

Raumakustik: Bass (-dröhnen beseitigen/verhindern)

Kleine Anregung zum Schluss: Es gibt ein bekanntest Konzept zum Anbringen der Absorber: Das Live-End-Dead-End, kurz LEDE. Klingt erst einmal kompliziert, ist es aber nicht. Das Prinzip: Der vordere Teil des Tonstudios wird mit Schall absorbierenden Material ausgestattet. Auf diesen Teil blickst du, wenn du an deinem Abhörplatz sitzt. Der hintere Teil des Tonstudios wird mit Schall reflektierende Oberflächen ausgestattet.

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