Mit Cubase 16 bringt Steinberg zahlreiche spannende Neuerungen in seine beliebte Musikproduktionssoftware. Das Update umfasst Verbesserungen bei der Audio-Bearbeitung, neue kreative Werkzeuge, leistungsstarke Plugins und viele praktische Optimierungen für den täglichen Studio-Workflow.
Besonders interessant sind die neuen Instrument Stacks, die deutlich verbesserte Stem-Separation und die Spectral Audio Warp Modi. Aber auch im MIDI-Editor, beim Mixing und im Bereich Performance hat Steinberg einige interessante Funktionen ergänzt.
Dabei wird schnell deutlich: Cubase 16 richtet sich sowohl an ambitionierte Homestudio-Produzenten als auch an professionelle Musiker, Komponisten und Mixing Engineers.
Wir haben uns die wichtigsten Neuerungen genauer angesehen und zeigen dir, welche 30 Funktionen das neue Cubase-Update mitbringt und warum sich ein genauer Blick darauf lohnt.
Die wichtigsten neuen Funktionen in Cubase 16
1. Instrument Stacks: Mehrere Instrumente auf einer einzigen Spur kombinieren

Wer gerne mit aufwendigen Layer-Sounds arbeitet, wird dieses Feature lieben! Mit Instrument Stacks kannst du bis zu acht VST-Instrumente, Sampler- oder Drum-Tracks auf einer einzigen Spur kombinieren.
Stell dir vor, du spielst eine einzige MIDI-Note und gleichzeitig erklingen ein kraftvolles Klavier, emotionale Streicher und ein atmosphärischer Synthesizer. Genau das wird mit Instrument Stacks möglich.
Das Besondere: Jede einzelne Ebene lässt sich individuell konfigurieren. Du kannst eigene Key-Ranges, Velocity-Ranges und Transpositionen festlegen. Dadurch bestimmst du ganz genau, welches Instrument wann und wie erklingt.
Ist dein perfektes Instrumenten-Setup einmal erstellt, kannst du es als Multi-Track-Preset speichern und jederzeit wiederverwenden.
Meine Meinung: Instrument Stacks ist eine der interessantesten Neuerungen in Cubase 16. Gerade für Filmkomponisten, Sounddesigner und Produzenten orchestraler Musik bietet diese Funktion enorme kreative Möglichkeiten. Komplexe Layer-Sounds lassen sich jetzt wesentlich komfortabler erstellen und verwalten.
2. Verbesserte Stem-Separation: Einzelne Instrumente aus fertigen Songs extrahieren

Die integrierte Stem-Separation gehört zu den spannendsten Funktionen in Cubase 16. Steinberg hat die Qualität der Audioanalyse deutlich verbessert und erweitert die Möglichkeiten der Instrumententrennung.
Neben Gesang, Schlagzeug und Bass stehen jetzt auch separate Stems für Klavier und Gitarre zur Verfügung.
Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit, selbst komplexe musikalische Arrangements zu analysieren. Das System erkennt sogar Chöre und orchestrale Instrumente und ordnet diese den entsprechenden Spuren zu.
Damit eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für Remixe, Mashups, Sample-Bearbeitung und musikalische Analysen.
Meine Meinung: Bei Cubase 15 hat noch Artefakte bei der Stem-Aufteilung gehört. Damit ist jetzt Schluss. Außerdem ist es super praktisch auch Gitarren und Klavier aus einem Song zu extrahieren. Ein tolles Update!
3. Neue Spectral Audio Warp Modi: Verändere Sounds auf kreative Weise
Mit den neuen Spectral Audio Warp Modi wird Cubase 16 zu einem noch spannenderen Werkzeug für experimentelles Sounddesign.
Audioaufnahmen lassen sich auf völlig neue Weise dehnen, verbiegen und manipulieren. Dabei entstehen Klangtexturen, die mit herkömmlichen Time-Stretching-Verfahren nur schwer zu erreichen sind.
Ein besonders schönes Beispiel ist die Bearbeitung einer Gitarrenschleife: Durch extremes Verlangsamen entsteht aus einem gewöhnlichen Gitarrensample eine dichte, atmosphärische Ambient-Fläche.
Auch bei Drum-Samples liefern die neuen Modi überzeugende Ergebnisse.
Wer bereits mit der HALion Spectral Engine gearbeitet hat, dürfte sich schnell zurechtfinden.
Meine Meinung: Die neuen Spectral Audio Warp Modi sind ein tolles Werkzeug für alle, die gerne mit außergewöhnlichen Klangtexturen experimentieren. Besonders in den Bereichen Ambient, elektronische Musik und Sounddesign eröffnen sich damit viele kreative Möglichkeiten.
MIDI- und Key-Editor-Updates
4. MIDI Strum: Akkorde endlich so natürlich spielen wie auf einer Gitarre

Mit MIDI Strum erhält der Key-Editor eine Funktion, die sich viele Cubase-Anwender schon lange gewünscht haben.
Du markierst einfach mehrere MIDI-Noten und kannst sie anschließend mit einem Regler zeitlich versetzen. Dadurch entsteht der typische Anschlag eines Gitarrenakkords, bei dem die Saiten nicht exakt gleichzeitig erklingen.
Die Richtung des Strummings sowie das Verhalten der Notenenden lassen sich ebenfalls individuell einstellen.
So entstehen im Handumdrehen organische Gitarrenanschläge, lebendige Akkorde und interessante Arpeggios.
Meine Meinung: Ein kleines Feature mit großer musikalischer Wirkung! Gerade bei virtuellen Gitarren, Pianos und orchestralen Instrumenten sorgt MIDI Strum für deutlich mehr Natürlichkeit und lebendigere Arrangements.
5. Stretch Selection für MIDI: Natürliches Tempo statt starrer Raster
Nicht jede musikalische Passage sollte perfekt quantisiert sein. Gerade emotionale Songs profitieren von kleinen Tempoveränderungen, wie sie echte Musiker ganz selbstverständlich spielen.
Mit Stretch Selection lassen sich MIDI-Noten im Key-Editor komfortabel zeitlich strecken oder stauchen.
Damit kannst du beispielsweise ein natürliches Accelerando oder Ritardando erzeugen. Besonders praktisch ist das bei Song-Enden, Übergängen und musikalischen Spannungsbögen.
Durch die zusätzliche Modifikatortaste lässt sich das Timing gezielt und musikalisch bearbeiten.
Meine Meinung: Ein wirklich gelungenes Werkzeug für alle, die lebendige Arrangements erstellen möchten. Besonders bei emotionalen Songs und orchestralen Produktionen lassen sich damit musikalische Tempoveränderungen sehr intuitiv umsetzen.
6. Lyrics im Key-Editor: Songtexte direkt mit MIDI-Noten verbinden
Das Schreiben von Songtexten innerhalb von Cubase wurde deutlich komfortabler.
In Cubase 16 kannst du jeder einzelnen MIDI-Note ein eigenes Wort zuweisen. Dadurch lassen sich Texte direkt mit der musikalischen Struktur verbinden.
Der Workflow wurde so überarbeitet, dass du flüssig durch deine Lyrics schreiben kannst, ohne ständig zwischen verschiedenen Eingabefeldern wechseln zu müssen.
Zusätzliche Tastaturbefehle machen den gesamten Prozess noch schneller.
Meine Meinung: Besonders für Songwriter und Komponisten ist das eine praktische Erweiterung. Die direkte Verbindung zwischen MIDI-Noten und Songtexten macht die Arbeit übersichtlicher und unterstützt einen flüssigen kreativen Workflow.
7. Omnivocal Basic: Natürlichere künstliche Stimmen für deine Produktionen

Die integrierte Vocal-Synthese Omnivocal verlässt mit Cubase 16 die Beta-Phase.
Die erzeugten Stimmen klingen deutlich natürlicher und sauberer als in der vorherigen Version.
Das Tool eignet sich hervorragend, um schnell Backing-Vocals, Harmonien oder erste Gesangs-Demos zu erstellen.
Zusätzlich gibt es eine separate Pro-Version, die den Funktionsumfang deutlich erweitert.
Dazu gehören unter anderem ein Vocal-Stacker für große Choreffekte sowie professionelle Soul- und Hip-Hop-Stimmen.
Meine Meinung: Omnivocal ist eine interessante Erweiterung für moderne Musikproduktionen. Besonders Songwriter und Produzenten können damit schnell verschiedene Vocal-Ideen ausprobieren und ihre Arrangements um zusätzliche Gesangsebenen erweitern.
8. Acht MIDI Sends: Ein Controller für bis zu acht Instrumente
Cubase 16 verdoppelt die Anzahl der verfügbaren MIDI-Sends von vier auf acht.
Eine einzige MIDI-Spur kann dadurch bis zu acht unterschiedliche Ziele gleichzeitig ansteuern.
Das ist besonders interessant für Hybrid-Studios, in denen Hardware-Synthesizer und virtuelle Instrumente parallel eingesetzt werden.
Du kannst beispielsweise mehrere externe Synthesizer gleichzeitig anspielen, ohne dafür zusätzliche MIDI-Spuren anlegen zu müssen.
Meine Meinung: Eine tolle Erweiterung für alle, die mit umfangreichen Hardware- und Software-Setups arbeiten. Gerade bei komplexen Live- und Studio-Konfigurationen sorgt die Verdoppelung der MIDI-Sends für deutlich mehr Flexibilität.
9. Drum-Maps direkt aus der Drum Machine erstellen

Die Drum Machine und der klassische Drum-Editor lassen sich in Cubase 16 noch besser miteinander verbinden.
Du kannst jetzt direkt aus der Drum Machine eine passende Drum-Map generieren.
Dazu öffnest du den Drum-Editor und wählst die entsprechende Option im Map-Menü.
Cubase übernimmt automatisch die Bezeichnungen und Zuweisungen der einzelnen Pads.
Das manuelle Benennen sämtlicher Drum-Kanäle entfällt damit weitgehend.
Meine Meinung: Eine clevere Workflow-Verbesserung, die besonders bei umfangreichen Drum-Setups Zeit spart. Die automatische Übernahme der Pad-Bezeichnungen macht den Wechsel zwischen Drum Machine und Drum-Editor angenehm unkompliziert.
10. MIDI CCs umbenennen: Schluss mit kryptischen Controller-Nummern
Ein kleines, aber ausgesprochen nützliches Detail im neuen Cubase-Update betrifft die MIDI-Controller.
Statt ausschließlich kryptische Bezeichnungen wie CC21 oder CC22 zu sehen, kannst du die Controller jetzt frei benennen.
So lassen sich beispielsweise verständliche Bezeichnungen wie „Vibrato“, „Filter“ oder andere individuelle Parameter verwenden.
Die Namen erscheinen anschließend direkt in der Automationsspur des Key-Editors.
Meine Meinung: Eine dieser kleinen Verbesserungen, die im Alltag einen großen Unterschied machen können. Gerade bei komplexen Sample-Libraries und virtuellen Instrumenten sorgt die individuelle Benennung der MIDI-Controller für deutlich mehr Übersicht.
Neue Effekt-Plugins in Cubase 16
11. Drumchain: Das neue Power-Tool für druckvolle Drums
Mit Drumchain liefert Steinberg ein neues All-in-One-Plugin, das speziell für die Bearbeitung von Schlagzeug entwickelt wurde.
Das Plugin kombiniert mehrere wichtige Werkzeuge in einer Oberfläche:
- Kompression für mehr Durchsetzungskraft
- Sättigung für zusätzliche Klangdichte
- Transienten-Design für Attack und Punch
- Eine leistungsstarke Sub-Bass-Sektion
- Einen Equalizer mit dynamischen Frequenzanpassungen
Besonders interessant ist die Calibrate-Funktion. Mit einem einzigen Klick passt das Plugin seine Einstellungen automatisch an das Eingangssignal an.
Ein weiteres Highlight: Dom hat selbst an der Entwicklung mitgewirkt und Presets beigesteuert, die auf Emulationen seiner hochwertigen Studio-Hardware basieren.
Meine Meinung: Stock-Plug-ins weden allgemein unterschätzt. In Cubase ist das auf jeden Fall unberechtigt. Schaut euch an, wie begeistert ich vom UltraShaper bin:
Cubase UltraShaper: Warum dieses Cubase-Plugin mehr Aufmerksamkeit verdient
Drumchain sieht nach dem nächsten sehr nützlichen Tipp aus!
12. Vocal Touch: Professioneller Vocal-Sound mit wenigen Handgriffen

Einen professionell klingenden Gesangssound zu erstellen, kann ziemlich zeitaufwendig sein. Häufig benötigt man mehrere Plugins für Equalizing, Kompression, Hall, Delay und Sättigung.
Vocal Touch vereinfacht diesen Prozess erheblich.
Statt zahlreiche Einzelplugins zu laden, wählst du einfach einen passenden Sound-Style aus. Zur Auswahl stehen beispielsweise Presets wie „Classy Female Ballad“ oder „Megaphone“.
Anschließend kannst du die wichtigsten Klangparameter über intuitive Regler anpassen. Dazu gehören unter anderem EQ, Hall, Delay und Sättigung.
Ein zentraler Dynamikregler hilft zusätzlich dabei, die Lautstärke der Vocals unter Kontrolle zu halten.
Meine Meinung: Vocal Touch ist besonders für Songwriter und Produzenten interessant, die schnell einen überzeugenden Vocal-Sound erreichen möchten. Die Kombination verschiedener Bearbeitungswerkzeuge in einem Plugin macht die Gesangsproduktion angenehm einfach und effizient.
13. FM Library für HALion Sonic: Professionelle FM-Sounds ohne komplizierte Programmierung
FM-Synthese kann unglaublich vielseitig klingen, ist für viele Einsteiger aber nicht gerade intuitiv.
Mit der neuen FM Library für HALion Sonic möchte Steinberg genau diese Einstiegshürde beseitigen.
Die Sound-Bibliothek enthält über 200 fertige Presets, die auf der klanglichen Vielfalt der FM-Synthese basieren.
Du musst also nicht selbst tief in die komplexe FM-Programmierung einsteigen, um interessante und professionelle Sounds zu erzeugen.
Wähle einfach einen passenden Ausgangssound und passe ihn über die Quick Controls an deine Vorstellungen an.
Für die weitere Klangformung stehen unter anderem Amp-Hüllkurven, Filter, Arpeggiatoren und verschiedene Effekte zur Verfügung.
Meine Meinung: Eine tolle Erweiterung für alle, die gerne mit neuen Klangfarben experimentieren. Die über 200 Presets bieten jede Menge Inspiration und machen die vielseitige FM-Synthese auch für Anwender zugänglich, die sich bisher nicht intensiv mit dieser Syntheseform beschäftigt haben.
14. Neue Sounds und Loops: Fünf Sample-Packs für frische Inspiration
Cubase 16 bringt fünf neue Sample-Packs mit, die unterschiedliche musikalische Stilrichtungen abdecken.
Dazu gehören unter anderem Afro House, K-Pop, Latin Vibes und organische Sessions.
Die Samples sind vollständig in die Media Bay integriert. Du kannst sie direkt im Projekt durchsuchen, vorhören und anschließend per Drag & Drop in dein Arrangement ziehen.
Wichtig ist lediglich, dass die entsprechenden Erweiterungen vorher über den Steinberg-Installer installiert werden.
Meine Meinung: Neue Sounds sind immer eine willkommene Inspirationsquelle. Besonders die Integration in die Media Bay gefällt mir, denn dadurch lassen sich passende Loops schnell finden und direkt in die eigene Produktion integrieren.
Routing und Studio-Workflow
15. 16 Send-Slots pro Kanal: Mehr Freiheit beim Mixing

Wer komplexe Mixes erstellt, kennt das Problem: Acht Send-Slots können schneller voll sein, als einem lieb ist.
Mehrere Hallräume, unterschiedliche Delays, parallele Kompressionen und Sidechain-Verbindungen benötigen schließlich ihren Platz.
Cubase 16 verdoppelt deshalb die Anzahl der verfügbaren Send-Slots von acht auf sechzehn pro Audiokanal.
Damit lassen sich deutlich komplexere Effekt-Routings realisieren, ohne ständig zusätzliche Subgruppen oder alternative Routing-Konstruktionen erstellen zu müssen.
Meine Meinung: Eine hervorragende Erweiterung für anspruchsvolle Mixing-Setups. Gerade bei komplexen Produktionen mit zahlreichen Effektwegen bietet die Verdoppelung der Send-Slots deutlich mehr Freiheit und Flexibilität.
16. Acht Cue-Mixe im Control Room: Jeder Musiker bekommt seinen eigenen Mix
Bei Live-Aufnahmen im Studio ist ein guter Kopfhörermix entscheidend.
Schließlich möchte ein Sänger etwas anderes hören als ein Schlagzeuger oder Gitarrist.
Cubase 16 erweitert den Control Room von vier auf acht separate Cue-Mixe.
Damit können bis zu acht individuelle Kopfhörermischungen erstellt werden. Jeder Musiker erhält genau die Mischung, die er für seine Performance benötigt.
Auch das Ansteuern externer Hardware-Pegelanzeigen wird dadurch vereinfacht.
Meine Meinung: Für professionelle Recording-Studios ist das eine ausgesprochen wertvolle Verbesserung. Gerade bei Live-Aufnahmen mit einer kompletten Band profitieren alle Beteiligten von individuellen Kopfhörermischungen.
17. Pitch-Erkennung und Phasensteuerung: Mehr Kontrolle über deine Samples
Die Sampler-Spur und die Drum Machine erhalten in Cubase 16 eine automatische Tonhöhenerkennung.
Das Programm analysiert ein Sample und zeigt dir die erkannte Note sowie die Abweichung in Cents an.
Mit einem Klick kannst du den ermittelten Wert anschließend als Root-Key festlegen.
Zusätzlich erhält die Drum Machine eine Phaseninvertierung für einzelne Ebenen.
Das ist besonders bei gelayerten Kick-Drums wichtig. Wenn mehrere Samples nicht optimal miteinander arbeiten, können Phasenauslöschungen entstehen, die dem Sound den gewünschten Druck nehmen.
Meine Meinung: Gerade bei der Arbeit mit Samples und mehrschichtigen Drums sind diese Funktionen ausgesprochen hilfreich. Die automatische Tonhöhenerkennung spart Zeit und die zusätzliche Phasensteuerung gibt dir mehr Kontrolle über den Klang deiner Drum-Layer.
18. Verbesserte Tempo-Erkennung: Cubase versteht jetzt den musikalischen Groove
Die Tempo-Erkennung wurde mit einem weiterentwickelten Beat-Tracking-Algorithmus ausgestattet.
Besonders interessant ist die Funktion „Tempo erkennen und an Projekt ausrichten“.
Ziehst du beispielsweise eine Live-Aufnahme in dein Projekt, analysiert Cubase das Audiomaterial und kann dessen musikalische Struktur auf das Projektraster übertragen.
Dabei werden nicht nur die BPM-Werte ermittelt. Das Programm erkennt auch den musikalischen Downbeat und berücksichtigt unterschiedliche Taktarten wie 3/4 oder 4/4.
Anschließend kann Cubase eine passende Taktspur erstellen.
Meine Meinung: Eine der praktischsten Verbesserungen für alle, die mit Live-Aufnahmen, wechselnden Tempi oder nicht quantisierten Performances arbeiten. Die intelligente Tempoanalyse erleichtert das Editing erheblich und hilft dabei, unterschiedliche musikalische Aufnahmen miteinander zu kombinieren.
19. MPEG4-Audioimport: Audiodateien endlich direkt importieren
Hast du auch schon einmal versucht, eine Aufnahme, die du mit deinem Smartphone gemacht hast, in Cubase reinzuziehen? Das war umständlich, weil Cubase nicht das Format kannte. Man musste es vorher in ein Format umwandeln, das Cubase kennt.
Cubase 16 unterstützt nun den direkten Import von MPEG4-Audiodateien!
Dazu gehören unter anderem M4A-, M4B- und M4R-Dateien sowie AAC-Audio.
Du kannst solche Dateien einfach in dein Projekt ziehen, ohne sie vorher umständlich in WAV oder MP3 konvertieren zu müssen.
Meine Meinung: Eine sehr praktische Neuerung für den modernen Produktionsalltag. Gerade wenn musikalische Ideen spontan mit dem Smartphone aufgenommen und anschließend in Cubase weiterbearbeitet werden sollen, ist der direkte Import eine echte Erleichterung.
20. Erweitertes Drag & Drop: Effektketten einfacher verschieben und kopieren
Das Arbeiten mit Plugins und Effektketten wird in Cubase 16 deutlich komfortabler.
Hast du beispielsweise eine interessante Effektkette auf einem Kanal erstellt, kannst du diese einfach per Drag & Drop auf einen anderen Kanal ziehen.
Ein grüner Pfeil zeigt dir dabei an, an welcher Position die Effekte eingefügt werden.
Wenn du zusätzlich die Alt-Taste gedrückt hältst, wird die Effektkette kopiert, anstatt sie zu verschieben.
Besonders praktisch: Ziehst du ein einzelnes Plugin in einen leeren Bereich, erstellt Cubase automatisch den passenden FX-Kanal.
Meine Meinung: Eine gelungene Workflow-Optimierung, die besonders beim Mixing viel Zeit sparen kann. Effektketten lassen sich intuitiver verwalten und zwischen verschiedenen Kanälen übertragen.
21. Externe Geräte einfacher einrichten: Mehr Übersicht im Hybrid-Studio
Die Einbindung externer Synthesizer und Outboard-Effekte wurde in Cubase 16 deutlich vereinfacht.
Bisher musste man für unterschiedliche Einstellungen häufig zwischen verschiedenen Menüs wechseln.
Jetzt befinden sich wichtige Funktionen wie Audiomessungen, Media-Routing und Synchronisation in einem zentralen Einstellungsfenster.
Dadurch wird die Einrichtung externer Geräte wesentlich übersichtlicher.
Als zusätzliches Detail lassen sich den Geräten sogar eigene Bilder zuweisen.
Meine Meinung: Besonders für Besitzer umfangreicher Hardware-Studios ist das eine sinnvolle Verbesserung. Die zentrale Verwaltung macht die Arbeit mit externen Synthesizern und analogen Effektgeräten deutlich übersichtlicher.
22. Konsolidierte Einstellungen: Endlich alles an einem zentralen Ort
Steinberg hat das gesamte Einstellungsmenü von Cubase für Version 16 modernisiert.
Präferenzen, Studio-Setup, Plugin-Einstellungen und Verbindungen werden jetzt in einem zentralen Fenster zusammengeführt.
Besonders hilfreich ist die integrierte Suchfunktion.
Suchst du beispielsweise nach einer bestimmten Latenzeinstellung, gibst du einfach den entsprechenden Begriff ein und Cubase führt dich direkt zur passenden Option.
Ein weiterer Vorteil: Das Fenster ist nicht-modal. Du kannst es also geöffnet lassen und gleichzeitig weiter an deinem Projekt arbeiten.
Meine Meinung: Eine wirklich sinnvolle Verbesserung für den täglichen Umgang mit Cubase. Die zentrale Verwaltung und die integrierte Suchfunktion sorgen dafür, dass du wichtige Einstellungen deutlich schneller findest und dich stärker auf deine eigentliche Arbeit konzentrieren kannst.
Performance und Mixing-Workflow
23. Inaktive Plugins entfernen: Mehr Ordnung in großen Projekten
In großen Musikproduktionen sammeln sich häufig zahlreiche Plugins an, die irgendwann einmal ausprobiert und anschließend deaktiviert wurden.
Cubase 16 bietet eine neue Möglichkeit, deaktivierte beziehungsweise gebypasste Plugins mit einem einzigen Klick zu entfernen.
Die entsprechende Funktion befindet sich im Funktionen-Menü der MixConsole.
Besonders sinnvoll ist das vor dem finalen Archivieren oder Weitergeben eines Projekts.
Meine Meinung: Ich glaube das „Problem“ kennt jeder, der schon viele Musikprojekte durchgeführt hat. Jetzt lassen sich praktischerweise Projekte schnell bereinigen und für die Archivierung oder den Austausch mit anderen Produzenten vorbereiten.
24. Plugins per Tastaturbefehl hinzufügen: Mixing ohne unnötige Mausklicks

Wer schnell und effizient mischen möchte, wird diese Neuerung zu schätzen wissen.
Mit der Funktion „Insert-Plugin für ausgewählten Kanal hinzufügen“ kannst du Plugins direkt über einen Tastaturbefehl laden.
Dazu weist du der Funktion einmalig einen eigenen Shortcut zu.
Anschließend wählst du den gewünschten Kanal aus, drückst den Tastaturbefehl und gibst den Namen des Plugins ein.
Nach Bestätigung wird das Plugin automatisch im ersten freien Insert-Slot geladen.
Meine Meinung: Auf diese Funktion habe ich seitdem ich meinen Stream Deck habe schon lange gewartet!!! Jetzt kannst du mit deinem Stream Deck endlich gezielt Plugins aufrufen! Mein persönliches Highlight! Falls du den CC1 von Yamaha nutzt, kannst du jetzt auch dort mit dem integrierten Stream Deck die Plugins direkt aufrufen. Ich besitze diesen übrigens. Ein ausführlicher Test wird noch folgen.
Falls du den StreamDeck besitzt dürfte auch folgender Artikel interessant sein: Elgato Stream Deck XL – der beste Controller? .
25. Shortcuts direkt aus Kontextmenüs zuweisen
Tastaturbefehle lassen sich in Cubase 16 jetzt noch schneller erstellen.
Wenn du mit der rechten Maustaste auf ein Symbol in der Menüleiste klickst, kannst du direkt die entsprechende Shortcut-Zuweisung aufrufen.
Cubase öffnet automatisch das passende Einstellungsmenü und wählt die gewünschte Funktion aus.
Du musst also nicht mehr lange in umfangreichen Listen nach dem richtigen Befehl suchen.
Meine Meinung: Eine kleine, aber sehr durchdachte Verbesserung. Gerade wer Cubase intensiv nutzt und eigene Shortcuts erstellt (z. B. für den Strem Deck), kann damit seinen persönlichen Workflow noch effizienter gestalten.
26. Neue Mastering-Presets: Der letzte Schliff für deinen Mix
Cubase 16 liefert eine Reihe neuer Mastering-Presets mit.
Diese dienen als Ausgangspunkt, um einem fertigen Mix den letzten klanglichen Feinschliff zu verleihen.
Erstellt wurden die Effektketten von DJ Sappo, einem befreundeten Produzenten von Dom.
Die Presets zeigen, wie sich die integrierten Cubase-Plugins sinnvoll miteinander kombinieren lassen, um unterschiedliche Mastering-Ergebnisse zu erzielen.
Natürlich können die Einstellungen anschließend individuell angepasst werden.
Meine Meinung: Eine tolle Ergänzung für alle, die sich intensiver mit dem Mastering beschäftigen möchten. Die neuen Presets bieten nicht nur interessante Ausgangspunkte für eigene Produktionen, sondern zeigen auch, wie vielseitig sich die integrierten Cubase-Plugins kombinieren lassen.
27. Erweiterter ASIO Guard: Mehr Stabilität für anspruchsvolle Projekte
Wenn große Cubase-Projekte an die Grenzen der CPU-Leistung kommen, können Audio-Aussetzer, Knackser und plötzliche Leistungsspitzen zum Problem werden.
Mit Cubase 16 wurde der ASIO Guard deutlich erweitert.
Statt drei stehen jetzt fünf Stufen zur Verfügung. Außerdem wurde der maximale Puffer für die Vorverarbeitung von 100 auf bis zu 280 Millisekunden erhöht.
Das hilft besonders bei großen Projekten mit vielen virtuellen Instrumenten und anspruchsvollen Plugin-Ketten.
Meine Meinung: Eine der wichtigsten technischen Verbesserungen in Cubase 16. Gerade bei umfangreichen Produktionen mit zahlreichen Plugins und virtuellen Instrumenten ist eine stabile Audioverarbeitung entscheidend. Der erweiterte ASIO Guard bietet hier zusätzliche Reserven und mehr Sicherheit im Studioalltag.
28. Ableton Link: Cubase und Ableton Live arbeiten nahtlos zusammen
Cubase 16 unterstützt jetzt nativ das Ableton-Link-Protokoll.
Damit lassen sich kompatible Programme und Geräte innerhalb desselben Netzwerks synchronisieren.
Übertragen werden unter anderem Tempo, Beat-Position und Transportinformationen.
Das ist besonders interessant für Musiker, die beispielsweise Ableton Live für Performances und Cubase für ihre Studioarbeit verwenden.
Beide Systeme können dadurch wesentlich einfacher miteinander kombiniert werden.
Meine Meinung: Eine wirklich sinnvolle Erweiterung für moderne Hybrid-Workflows. Die native Ableton-Link-Unterstützung macht es deutlich einfacher, verschiedene Musikproduktionssysteme miteinander zu verbinden und kreativ zusammenarbeiten zu lassen.
29. Videoausgabe auf mehreren Bildschirmen: Mehr Möglichkeiten für Filmkomponisten
Auch für die professionelle Filmvertonung bringt Cubase 16 eine interessante Neuerung.
Das Videobild kann jetzt über mehrere Ausgänge gleichzeitig ausgegeben werden.
In Verbindung mit geeigneter Blackmagic-Hardware lässt sich das Bild synchron auf verschiedene Monitore verteilen.
So kann beispielsweise der Komponist sein Video direkt an der Workstation sehen, während Dirigent, Musiker oder Regisseur in einem anderen Raum ebenfalls ein eigenes Bild erhalten.
Gerade in professionellen Postproduction-Studios ist das eine ausgesprochen praktische Erweiterung.
Meine Meinung: Ein spezialisiertes, aber sehr wertvolles Feature für die Filmvertonung. Gerade bei größeren Produktionen mit mehreren Beteiligten erleichtert die parallele Videoausgabe die Zusammenarbeit erheblich.
30. Plugin-Parameter-Randomisierung: Kreativität auf Knopfdruck
Diese Funktion erlaubt es dir, die Parameter bestimmter Plugins per Zufall neu einzustellen. Dafür klickst du einfach auf das Würfel-Symbol in der Kopfzeile des jeweiligen Plugins.
Cubase 16 unterstützt diese Funktion bereits bei verschiedenen hauseigenen Effekten. Besonders bei Delays und Reverbs lassen sich dadurch interessante und experimentelle Klangwelten erschaffen, ohne jeden Parameter selbst einstellen zu müssen.
Meine Meinung: Eine tolle Funktion für kreatives Sounddesign! Manchmal entstehen gerade durch zufällige Parameterkombinationen Sounds, auf die man selbst gar nicht gekommen wäre. Ein schönes Werkzeug, um neue Ideen zu entdecken und den eigenen Sound weiterzuentwickeln.
Fazit: Steinberg Cubase 16 – Lohnt sich das Update?
Cubase 16 bringt zahlreiche Neuerungen mit, die unterschiedliche Bereiche der Musikproduktion verbessern. Dabei wird deutlich, dass Steinberg sowohl die kreativen Möglichkeiten als auch die alltäglichen Arbeitsabläufe seiner DAW weiterentwickeln möchte.
Besonders hervorzuheben sind für mich die folgenden Funktionen:
- Instrument Stacks: Bis zu acht Instrumente komfortabel auf einer Spur kombinieren.
- Stem-Separation: Einzelne Instrumentengruppen aus komplexen Musikproduktionen extrahieren.
- Spectral Audio Warp: Neue Möglichkeiten für kreatives Sounddesign und Sample-Manipulation.
- Drumchain und Vocal Touch: Zwei interessante neue Plugins für die Bearbeitung von Drums und Gesang.
- MIDI Strum und Stretch Selection: Mehr musikalische Möglichkeiten direkt im Key-Editor. Vor allem wenn du viel mit virtuellen Gitarren arbeitest, wirst du dich riesig über die MIDI-Strum-Funktion freuen.
- MPEG4-Audioimport: Ich arbeite viel mit Songskizzen per Smartphone-Aufnahme. Super, dass ich diese jetzt gleich in das Cubase-Projekt ziehen kann.
- Erweiterter ASIO Guard: Zusätzliche Leistungsreserven für große und anspruchsvolle Projekte.
- Plugins per Tastaturbefehl hinzufügen: Mein kleiner Favorit und für alle die mit einem Stream Deck oder den CC1 von Yamaha arbeiten wahrscheinlich auch ein Highlight.
Auch die vielen kleineren Workflow-Verbesserungen verdienen Beachtung. Mehr Send-Slots, zusätzliche Cue-Mixe und eine bessere Verwaltung externer Geräte machen Cubase 16 zu einer noch vielseitigeren Produktionsumgebung.
Für wen lohnt sich Cubase 16 besonders?
Wer viel mit virtuellen Instrumenten, komplexen Layer-Sounds und Sounddesign arbeitet, dürfte vor allem von Instrument Stacks und den neuen Spectral Audio Warp Modi profitieren.
Produzenten, die regelmäßig mit Samples und bereits produzierter Musik arbeiten, werden die verbesserte Stem-Separation interessant finden.
Mixing Engineers bekommen mit Drumchain, Vocal Touch und den zusätzlichen Send-Slots neue Möglichkeiten für ihre tägliche Arbeit.
Auch Songwriter, Filmkomponisten und Besitzer umfangreicher Hybrid-Studios finden zahlreiche Verbesserungen, die ihren individuellen Workflow unterstützen.
Meine Meinung: Cubase 16 ist ein gelungenes Update mit vielen sinnvollen Erweiterungen. Besonders gefällt mir die Mischung aus kreativen Neuerungen und praktischen Verbesserungen, die sich direkt im Studioalltag bemerkbar machen.
Steinberg hat nicht nur neue Werkzeuge integriert, sondern auch an vielen Stellen dafür gesorgt, dass sich bestehende Funktionen komfortabler nutzen lassen.
Ob sich das Update für dich lohnt, hängt natürlich von deiner persönlichen Arbeitsweise ab. Wer jedoch regelmäßig mit Cubase produziert und die neuen Möglichkeiten kreativ nutzen möchte, bekommt mit Version 16 eine interessante Weiterentwicklung der bewährten DAW.
Für mich ist Cubase 16 ein überzeugendes Gesamtpaket, das die Musikproduktion in vielen Bereichen sinnvoll erweitert.
Steinberg Cubase Pro 16 bei Thomann ansehen.*
Steinberg Cubase Artist 16 bei Thomann ansehen.*
Steinberg Cubase 16 Elements 16.*


























