AKAI Sample Key und MPC Sample: AKAI öffnet die Tür – jetzt gibt’s eigene Synthesizer und DOOM!

0
Quelle: AKAI

AKAI sorgt mit gleich zwei spannenden Neuigkeiten für Aufsehen in der Welt der Hardware-Sampler. Mit der Sample Key kündigt der Hersteller eine Keyboard-Version der beliebten MPC Sample an, die nicht nur Tasten, sondern auch ein offenes Betriebssystem mitbringen soll. Gleichzeitig öffnet AKAI die Firmware der bereits erhältlichen MPC Sample für die Community. Damit werden plötzlich eigene Synthesizer, individuelle Anwendungen und sogar Spiele wie DOOM möglich. Was zunächst wie ein ungewöhnliches Experiment klingt, könnte die Zukunft kompakter Musik-Hardware nachhaltig verändern.

AKAI Sample Key und MPC Sample: Aus einem Sampler wird eine offene Plattform

AKAI Sample Key: Die MPC Sample bekommt Tasten und ist Open Source Quelle: AKAI

Die Ankündigung kam überraschend und dürfte vor allem bei experimentierfreudigen Musikern für Begeisterung sorgen. Nachdem AKAI zunächst mit einem kurzen Instagram-Teaser die neue Sample Key gezeigt hatte, folgte bereits die nächste Überraschung: Auch die Firmware der normalen MPC Sample soll für die Community geöffnet werden.

Damit geht AKAI einen ungewöhnlichen Weg. Statt die Hardware ausschließlich mit den vorgesehenen Funktionen zu betreiben, sollen Anwender künftig eigene Software entwickeln, vorhandene Funktionen verändern und sogar komplett neue Instrumente auf dem Gerät realisieren können.

Besonders interessant ist dabei der Einsatz sogenannter Vibe-Coding-Werkzeuge. Mithilfe von KI-Programmierassistenten wie Claude lassen sich Softwareideen beschreiben und entsprechende Anwendungen entwickeln. AKAI zeigt in seinen Videos bereits verschiedene Beispiele, darunter neue Synthesizer und alternative Bedienkonzepte.

Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung für einen Hersteller, dessen Hardware normalerweise mit einer fest vorgegebenen Firmware ausgeliefert wird. Die MPC Sample könnte dadurch weit mehr werden als ein kompakter Sampler für unterwegs.

AKAI Professional MPC Sample bei Thomann anschauen.*

AKAI Sample Key: Die MPC Sample bekommt endlich eine Tastatur

Die neue AKAI Sample Key sieht auf den ersten Blick wie eine konsequente Erweiterung der MPC Sample aus. Statt der bekannten 16 MPC-Pads besitzt das neue Gerät eine kompakte Mini-Tastatur mit ungefähr zwei Oktaven. Dazu kommen ein Pitch-Wheel, ein Modulationsrad, die typischen Bedienelemente der MPC-Familie und ein integrierter Lautsprecher.

Auch beim musikalischen Konzept unterscheidet sich die Sample Key von einem klassischen Keyboard-Sampler. Im gezeigten Video ist zu sehen, wie Audiomaterial aufgenommen und einzelnen Tasten zugewiesen wird. Außerdem lassen sich Key-Splits einrichten, sodass unterschiedliche Samples über verschiedene Tastaturbereiche gespielt werden können.

Das eröffnet interessante Möglichkeiten für Musiker, die mit aufgenommenen Sounds arbeiten, aber beim Spielen lieber eine Tastatur als Drum-Pads verwenden. Gerade für Melodien, Akkorde, atmosphärische Flächen und chromatisch spielbare Sample-Instrumente ist das eine sinnvolle Ergänzung.

Die Kombination aus Sampling, Keyboard und offenem Betriebssystem macht die Sample Key besonders interessant. Während die normale MPC Sample vor allem auf Fingerdrumming und das spontane Bearbeiten von Samples ausgerichtet ist, könnte die Keyboard-Version stärker in Richtung eines vielseitigen Performance-Instruments gehen.

Allerdings hält sich AKAI mit den technischen Einzelheiten bislang zurück. Angaben zu Prozessor, Arbeitsspeicher, internem Speicher, Anschlüssen, Effekten und Preis fehlen noch. Auch ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde bisher nicht genannt. Die gezeigten Funktionen stammen zunächst aus den Teaser-Videos und sollten deshalb noch nicht mit einem vollständig bestätigten Serienumfang verwechselt werden.

Open Source: AKAI gibt Musikern die Kontrolle über ihre Hardware zurück

AKAI Sample Key. Quelle: AKAI

Die eigentliche Sensation betrifft allerdings nicht nur die Sample Key. Auch die bereits erhältliche MPC Sample soll von der neuen Open-Source-Initiative profitieren.

AKAI hat in einem weiteren Video bestätigt, dass auch Besitzer des ursprünglichen Samplers eigene Firmware und Anwendungen nutzen können sollen. Damit wird die Hardware für Entwickler und technisch interessierte Musiker deutlich flexibler.

Besonders spannend ist, dass sich die Möglichkeiten nicht auf kleine Anpassungen der Benutzeroberfläche beschränken. Die gezeigten Beispiele reichen von zusätzlichen Werkzeugen bis hin zu komplett neuen Klangerzeugern. Dadurch könnte die MPC Sample künftig Funktionen übernehmen, für die man bislang einen zusätzlichen Synthesizer oder ein anderes Hardware-Instrument benötigt hätte.

Ein wichtiger Unterschied zu herkömmlichen Firmware-Updates besteht darin, dass die Community selbst an der Weiterentwicklung beteiligt werden soll. Kreative Ideen müssen nicht mehr ausschließlich vom Hersteller umgesetzt werden, sondern können direkt von Anwendern kommen.

Wie weit diese Freiheit tatsächlich gehen wird, hängt allerdings von der konkreten Umsetzung ab. AKAI muss noch genauer erklären, welche Bestandteile des Systems veröffentlicht werden, wie die Entwicklungsumgebung aussieht und unter welchen Lizenzbedingungen eigene Firmware verteilt werden darf.

Ich halte diesen Schritt dennoch für ausgesprochen interessant. Gerade bei kompakter Musik-Hardware wünschen sich viele Anwender mehr Freiheit und die Möglichkeit, ihre Geräte an den eigenen Workflow anzupassen. Wenn AKAI hier eine offene und gut dokumentierte Entwicklungsplattform bereitstellt, könnte daraus eine aktive Community mit zahlreichen neuen Ideen entstehen.

Eigene Synthesizer auf der MPC Sample: Massive, Wavetable und FM

Was mit der offenen Firmware möglich sein könnte, zeigen die bisher veröffentlichten Demonstrationen bereits ziemlich eindrucksvoll. Auf der Sample Key und der MPC Sample sind verschiedene selbst entwickelte Synthesizer zu sehen, darunter Wavetable-, FM- und virtuell-analoge Klangerzeuger.

Besonders interessant ist die gezeigte Variante eines Synthesizers, die sich am Konzept von Native Instruments Massive orientiert. Damit wird deutlich, dass die Hardware nicht zwangsläufig auf ihre ursprüngliche Sampling-Funktion beschränkt bleiben muss.

Auch ein FM-Synthesizer ist in den Demonstrationen zu sehen. Gerade diese Art der Klangerzeugung dürfte für viele Produzenten interessant sein, weil sich damit metallische Bässe, digitale Percussion und komplexe Klangtexturen erzeugen lassen.

Natürlich bleibt abzuwarten, wie leistungsfähig diese Anwendungen im tatsächlichen Betrieb sind. Eine kurze Demonstration ist noch kein Beweis dafür, dass sich komplexe Synthesizer dauerhaft zuverlässig und komfortabel bedienen lassen. Auch die Möglichkeiten zur Speicherung von Sounds, zur Modulation und zur Integration in bestehende Produktionsabläufe müssen sich erst zeigen.

Trotzdem gefällt mir die Richtung, die AKAI hier einschlägt. Die Hardware wird nicht mehr ausschließlich als fertiges Produkt betrachtet, sondern als Grundlage für eigene musikalische Experimente.

DOOM auf der AKAI MPC Sample: Wenn der Sampler zur Spielekonsole wird

Dass sich auf ungewöhnlicher Hardware irgendwann DOOM starten lässt, gehört inzwischen fast schon zu einer eigenen Tradition in der Technikszene. Der Klassiker von id Software wurde bereits auf zahlreichen Geräten zum Laufen gebracht, die ursprünglich überhaupt nicht für Videospiele gedacht waren.

Nun hat es auch die AKAI MPC Sample erwischt. In einer gezeigten Demonstration läuft der Shooter tatsächlich auf dem kompakten Sampler.

Natürlich ist das keine Funktion, wegen der man sich eine MPC Sample kaufen sollte. Für Musiker ist die Möglichkeit, eigene Synthesizer und zusätzliche Anwendungen zu installieren, wesentlich interessanter. Trotzdem zeigt das DOOM-Beispiel auf unterhaltsame Weise, wie weit sich die Hardware durch alternative Software verändern lässt.

Gerade solche Experimente sind für eine offene Entwickler-Community wichtig. Sie zeigen, dass Anwender nicht mehr nur auf die ursprünglich vorgesehenen Funktionen beschränkt sind und mit der Hardware auch ungewöhnliche Dinge ausprobieren können.

Ich finde solche Projekte vor allem deshalb spannend, weil sie eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Sobald eine Community Zugriff auf die Software bekommt, entstehen häufig Ideen, an die der ursprüngliche Hersteller bei der Entwicklung überhaupt nicht gedacht hat.

Was bedeutet die Open-Source-Offensive für die Zukunft der MPC Sample?

AKAI ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Auch andere Hersteller beschäftigen sich zunehmend mit offener Firmware und der Möglichkeit, Hardware durch die Community erweitern zu lassen. Besonders Behringer hat mit dem angekündigten Kick-Sampler ein entsprechendes Konzept in den Mittelpunkt gestellt.

Der Zeitpunkt der AKAI-Ankündigung ist deshalb durchaus interessant. Die Musiktechnikbranche erlebt gerade eine Entwicklung, bei der KI-gestützte Programmierwerkzeuge es auch Menschen ohne klassische Softwareentwickler-Ausbildung erleichtern, eigene Anwendungen zu erstellen.

Für Hardware-Hersteller eröffnet das neue Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Ein offenes Betriebssystem benötigt eine vernünftige Dokumentation, klare Lizenzbedingungen und idealerweise eine Community, die sich gegenseitig unterstützt. Außerdem müssen Sicherheitsfragen, Kompatibilität und mögliche Fehlfunktionen berücksichtigt werden.

Gerade bei einem Instrument, das Musiker möglicherweise live auf der Bühne einsetzen, ist Zuverlässigkeit entscheidend. Niemand möchte während eines Auftritts plötzlich mit einer fehlerhaften Eigenentwicklung oder einem abgestürzten System konfrontiert werden.

Deshalb sollte AKAI nicht nur die kreative Freiheit in den Vordergrund stellen, sondern auch erklären, wie offizielle Updates, Support und die Rückkehr zur ursprünglichen Firmware funktionieren werden.

Wenn das gelingt, könnte die Initiative weit über ein paar unterhaltsame Experimente hinausgehen.

AKAI MPC Sample: Was kann der kompakte Sampler eigentlich?

Unabhängig von den neuen Open-Source-Möglichkeiten bleibt die MPC Sample zunächst ein eigenständiger, kompakter Hardware-Sampler. Das Gerät orientiert sich an klassischen MPC-Konzepten und richtet sich an Musiker, die Samples aufnehmen, schneiden, bearbeiten und direkt zu Beats verarbeiten möchten.

Zur Ausstattung gehören 16 anschlagdynamische RGB-Pads mit polyphonem Aftertouch, ein Farbdisplay mit 2,4 Zoll, drei frei zuweisbare Drehregler und ein klassischer MPC-Fader.

Für die Audiobearbeitung stehen unter anderem Sample-Chopping, Echtzeit-Time-Stretching, Pitch-Anpassungen und internes Resampling zur Verfügung. Hinzu kommen vier Effekt-Engines mit insgesamt 60 Effekttypen.

Auch unterwegs lässt sich die MPC Sample verwenden. Ein integrierter Akku ermöglicht laut Hersteller bis zu fünf Stunden Betrieb. Dazu kommen ein eingebautes Mikrofon, ein Lautsprecher, ein microSD-Kartenslot und USB-C.

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

AusstattungAKAI MPC Sample
Pads16 RGB-Pads mit Poly-Aftertouch
Display2,4-Zoll-Farbdisplay
Arbeitsspeicher2 GB RAM
Interner Speicher8 GB
ErweiterungmicroSD
Effekte60 Effekttypen
AnschlüsseMIDI In/Out, Stereo In/Out, USB-C
MobilitätIntegrierter Akku
AkkulaufzeitBis zu 5 Stunden
AudioaufnahmeInternes Mikrofon und Audioeingänge

Die MPC Sample wurde ursprünglich als kompakte und vergleichsweise zugängliche Alternative zu den größeren MPC-Systemen vorgestellt. Mit der geplanten Öffnung der Firmware bekommt das Gerät nun eine zusätzliche Perspektive, die bei der ursprünglichen Produktvorstellung noch nicht im Mittelpunkt stand.

AKAI Sample Key: Preis und Verfügbarkeit

Für die neue Sample Key hat AKAI bislang weder einen offiziellen Verkaufspreis noch einen konkreten Veröffentlichungstermin genannt. Der Hersteller spricht in den Teaser-Videos lediglich von einer baldigen Verfügbarkeit.

Auch die vollständigen technischen Daten stehen noch aus. Deshalb lässt sich derzeit nicht zuverlässig sagen, wie stark sich die Hardware von der normalen MPC Sample unterscheiden wird und welche Funktionen tatsächlich zum Verkaufsstart enthalten sein werden.

Die reguläre AKAI MPC Sample ist dagegen bereits erhältlich. Ihr ursprünglicher Herstellerpreis liegt bei 399 Euro. Die tatsächlichen Händlerpreise können davon abweichen.

Besonders interessant wird sein, ob AKAI die Open-Source-Firmware als kostenloses Update bereitstellt und welche Voraussetzungen dafür gelten. Auch hierzu stehen noch weitere Details aus.

Fazit: AKAI macht die MPC Sample zur Spielwiese für Musiker und Entwickler

Mit der Sample Key und der geplanten Öffnung der MPC Sample schlägt AKAI eine interessante neue Richtung ein. Die Keyboard-Version erweitert das Konzept um eine chromatisch spielbare Tastatur und könnte besonders für Musiker attraktiv sein, die Samples lieber über Tasten als über Pads spielen. Gleichzeitig bekommt die bestehende MPC Sample durch die angekündigte offene Firmware eine völlig neue Perspektive.

AKAI Professional MPC Sample bei Thomann anschauen.*

Für mich ist vor allem die zweite Entwicklung bemerkenswert. Eigene Synthesizer, alternative Betriebssysteme und zusätzliche Anwendungen könnten die Möglichkeiten des kleinen Samplers erheblich erweitern. Die gezeigten Wavetable-, FM- und virtuell-analogen Synthesizer machen bereits deutlich, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt. Dass inzwischen sogar DOOM auf der MPC Sample läuft, ist eine unterhaltsame Demonstration dieser neuen Freiheit, auch wenn der eigentliche musikalische Nutzen natürlich an anderer Stelle liegt.

Entscheidend wird nun sein, wie konsequent AKAI die angekündigte Öffnung umsetzt. Eine gute Entwicklungsumgebung, nachvollziehbare Lizenzbedingungen und eine zuverlässige Update-Strategie wären wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich eine langfristig aktive Community entwickeln kann.

Ich sehe darin jedenfalls eine erfreuliche Entwicklung für die Hardware-Musikszene. Statt Instrumente ausschließlich als abgeschlossene Produkte zu betrachten, bekommen Musiker und Entwickler zunehmend die Möglichkeit, ihre Geräte selbst weiterzuentwickeln und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wenn AKAI diesen Weg konsequent verfolgt, könnte die MPC Sample noch lange nach ihrem Verkaufsstart interessant bleiben.

Ein weiterer möglicher Grund für diesen Schritt dürfte die rasante Entwicklung von KI-Programmierwerkzeugen sein. Mit Tools wie Claude können inzwischen auch Menschen ohne fundierte Programmierkenntnisse Software-Code analysieren, nachvollziehen und eigene Anwendungen entwickeln. Was früher umfangreiche Kenntnisse und viel Entwicklungsarbeit erforderte, wird dadurch zunehmend zugänglicher. Vielleicht hat auch AKAI erkannt, dass sich diese Entwicklung kaum aufhalten lässt und es sinnvoller ist, der Community von Anfang an die Möglichkeit zu geben, aktiv an der eigenen Hardware zu arbeiten. Die Kombination aus Open Source und KI könnte der MPC Sample deshalb eine Zukunft eröffnen, die weit über das ursprüngliche Konzept eines kompakten Samplers hinausgeht.

Mich würde sehr interessieren, wie du das Thema siehst? Schreibe gerne einen Kommentar dazu!

Vorheriger ArtikelNative Instruments Massive XL: Die Synthesizer-Legende ist zurück – jetzt wird Serum nervös!

Schreibe einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here