Spuren färben, benennen, sortieren, kommentieren (Workflow)

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Cubase einfärben, sortieren, kommentieren, benennen

Ordnung ist das halbe Leben. Das trifft auch beim Mixing zu. Es ist wichtig, den Song für den Mix vorzubereiten. Denn nur so kannst du effizient (!) die Spuren zu einer wohlklingenden Einheit formen. Der Bass dröhnt und du möchtest dieses Dröhnen entfernen? Der Song hat 120 Spuren und du fängst an zu suchen und zu suchen und zu suchen. Ja, wo ist er denn? Hat er sich neben der Gitarrenspur und dem Gesang versteckt?

Damit wir beim Abmischen nicht die meiste Zeit mit dem Suchen von Instrumenten verbringen, ist zuvor das Benennen, Sortieren, das Markieren der Songstruktur und Färben der Spuren nach einem bestimmten Schema sinnvoll.

Spuren und Busse benennen

Du schaust dir die erste Spur an und dort steht „Audio 1“. Ich kenne aber leider kein Instrument das „Audio 1“ heißt. Ich vermute, dir geht es genauso. Gebe daher jeder Spur einen passenden Namen. Am besten ist es, wenn du bereits vor der Aufnahme die Spur benennst. Wenn du einen Bass aufnimmst, benenne diesen „Bass“. Falls dein Sequenzer-Projekt beschädigt werden sollte, findest du so schnell die  Bass-Audiodatei auf deiner Festplatte.

Zudem solltest du auch die Aux-Kanäle, Busse und Subgruppen beschriften. Vergebe eindeutige Namen, wie z.B. „¼ Delay“, „Drum-Bus“ oder „Plate“. Mit der korrekten Benennung musst du nicht erst die Regler immer hochziehen, um zu wissen, welchen Effekt du ansteuerst.

Spuren sortieren und färben

Es ist sinnvoll, die Spuren immer nach dem gleichen Schema aufzubauen. Nur so findest du schnell die richtigen Spuren. Vor allem bei Songs mit vielen Spuren macht sich ein gleichbleibendes Schema deutlich bemerkbar, um schnell das gesuchte Instrument zu finden.

Ordne die Spuren nach Instrumenten und gebe den Spuren bestimmte Farben. Ein Farbschema könnte beispielsweise so aussehen:

  • Drums (Kick zuerst): grün
  • Bass: rot
  • Keyboards / Synthesizer: orange
  • Gitarren: gelb
  • Vocals: blau
  • Effekte: lila

Wenn ich nun an der Kick etwas ändern möchte, scrollen ich einfach ganz nach oben in der Spuransicht oder im Mixer ganz nach links. Denn die Kick ist bei mir immer auf Spur 1. Wenn ich danach beim Gesang etwas ändern möchte, scrollen ich in der Mixer-Ansicht nach rechts und achte auf die blaue Farbe, die nach den gelben Gitarren-Parts kommt. Denn wer ist blau? Der Sänger. Bitte nicht falsch verstehen.

Mit einem gleichbleibenden Schema findet man sich in einem Projekt viel schneller zurecht.

Nach diesem schlauen Zitat möchte ich ein paar Worte zu der Songstruktur verlieren, die in der DAW notiert bzw. markiert werden sollte.

Songstruktur – Intro, Strophe, Refrain, Bridge, Outro

Die meisten Songs haben ein Intro, zwei Strophen, drei bis vier Refrains, eine Bridge (Übergang zwischen Refrain 2 und 3) und ein Outro. Wenn wir uns den Song vom Musikproduzenten anhören, sollten wir zunächst einmal heraushören, wo sich welcher Songabschnitt befindet. Kennen wir die Songstruktur, sollten wir diese zudem in unserem Mix-Projekt kennzeichnen.

Verwende die Marker in deinem Audio-Sequenzer, um die Abschnitte des Songs zu benennen. Dadurch behältst du den Überblick – auch wenn du gerade tief hineingezoomt hast, um eine detaillierte Bearbeitung oder Automatisierung durchzuführen.

Die gängigen DAWs (Cubase, Pro Tools, Studio One, Ableton Live, Logic) bieten eine Spur, um die einzelnen Abschnitte zu beschriften, farblich zu kennzeichnen und schnell zwischen den Abschnitten zu wechseln. Die Songabschnitte befinden sich grundsätzlich als Balken oder Markierung im Projekt auf der horizontalen Hauptzeitleiste.

So ist gewährleistet, dass wir schnell verschiedene Songabschnitte beim Mixing vergleichen können und wir einen guten Überblick haben.

Kommentare

Die meisten Sequenzer, wie beispielsweise Cubase, Pro Tools, Studio One oder Logic, bieten dir die Möglichkeit, Spuren mit Kommentare zu versehen. Vor allem, wenn du den Song einem Toningenieur schickst, können Kommentare im Projekt sehr hilfreich sein. Aber auch, wenn du das Projekt nach langer Zeit aufrufst, kann es hilfreich sein, manche Spuren zu kommentieren. Kommentare könnten beispielsweise sein:

  • Diese Spur nicht benutzen.
  • Diese Spur ist eine Alternative zur Spur x. Bitte aussuchen.
  • Dieser Bass ist mit DI-Box aufgenommen.
  • Vocals um 0,5 lauter gemacht. Besser?
  • Das Plugin x hinzugefügt. Besser?

Schreibe alles auf, was anderen oder dir beim späteren Aufruf helfen könnte, sich schnell in deinem Sequenzerprojekt zurecht zu finden.

Fazit: Färbe, sortiere, benenne alle Spuren

Ob Cubase, Pro Tools, Ableton Live, Studio One oder Samplitude, im Prinzip erlaubt dir jeder Sequenzer die Spuren zu sortieren und zu färben. Nutze diese Funktionen. Gehe dabei immer nach dem gleichen Schema vor und du kannst dich auf das Eigentliche konzentrieren: das Abmischen. Vor allem, wenn du einen Song einen Toningenieur zum Mixing schickst, schreibe alles auf, was ihm helfen könnte.

Du hast noch einen Tipp, wie man noch effizienter mit einem bestimmten Schema arbeiten kann? Schreibe einen Kommentar. Dir hat der Artikel gefallen? Du kannst schnell und einfach über die Buttons oben und unten den Artikel über Facebook, Twitter oder Google+ teilen. Herzlichen Dank!

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