Parallele Kompression beim Mastering

0

Die parallele Kompression, auch New-York-Style-Kompression oder Motown-Trick genannt, hat sich mittlerweile zu einem Standard etabliert. Viele Genres profitieren sehr von dieser Methode. Bei der parallelen Kompression wird ein Audio-Signal zunächst übertrieben komprimiert. Anschließend wird dieses heftig komprimierte Audio-Signal (pumpen) dem originalen Audio-Signal (parallel) etwas hinzugemischt.

Nicht nur beim Mixing (Abmischen, mischen) wird diese Methode angewandt, sondern auch beim Mastering – also auf der Summe. Im Artikel Tutorial parallele Kompression im Bereich Abmischen lernen wurde bereits detailliert auf die parallele Kompression eingegangen. Das Prinzip hast du also verstanden – falls du den Artikel noch nicht kennst, lese dir bitte zunächst den Mixing-Artikel durch. In diesem Artikel soll speziell noch einmal auf die Vorgehensweise der parallelen Kompression beim Mastering eingegangen werden.

Wie stelle ich den parallelen Kompressor beim Mastering ein?

Es gibt 2 Methoden:

  1. Die transparente parallele Kompression
  2. Die parallele Kompression für die Klanggestaltung

Zunächst wird die transparente parallele Kompression erklärt.

1. Transparente parallele Kompression

Transparent bedeutet, dass der Kompressor so unauffällig wie möglich zu hören ist – genauso sauber wie die Quelle. Die Transienten (Punch, Anschlag) bleiben hierbei also weitestgehend erhalten. Der transparente parallele Kompressor hebt die Verstärkung (Gain) bei sehr geringen Pegeln an und fügt weniger zum Gesamtsound hinzu. Wähle dazu folgende Einstellungen (fast schon wie ein Preset):

  1. Threshold: steht bei -50 dB FS.
  2. Attack: so schnell wie möglich. Eine Millisekunde oder weniger (am besten mit Vorschau-Funktion).
  3. Ratio: 2:1 oder bevorzugter Weise 2,5:1. Variiert jedoch. Letztendlich abhängig vom Ausgangpegel (Mischungsverhältnis) des Kompressors. Nutze dein Gehör!
  4. Release: 250 – 350 ms. Bei starker verhallter Musik auch bis zu 500 ms, um eine Überbetonung des Halls (Reverb) zu vermeiden.
  5. Output: nach Geschmack. Ist der Kompressor ausgeschaltet (-unendlich Gain) findet logischerweise keine Kompression statt. Bei ungefähr über -5 dB wird die Kompression leicht herauszuhören sein. Leise oder mittellaute Passagen werden dabei angehoben. Subtile Kompression lässt sich mit Einstellungen von -15 – -5 dB erreichen.

Wähle einen Kompressor der Peak-abhängig komprimiert. Diese klingen am transparentesten. Als nächstes wird die parallele Kompression für die Klanggestaltung aufgezeigt (Methode 2).

2. Parallele Kompression für die Klanggestaltung

Diese Methode benötigst du, wenn du Druck oder eine Betonung im gesamten Song (in der Musik) erreichen möchtest, ohne dass die lauten Spitzen Schaden nehmen. Der mittlere Pegel wird hierbei wirksam angehoben. So kann der Sound besser (Achtung Fachbegriff) „angedickt“ werden. Das „Preset“ hierzu lautet:

  1. Threshold: so einstellen, dass eine Gain-Reduktion von 1-3 dB entsteht. Kann auch bis zu 5-7 dB sein.
  2. Attack: beginne mit 125 ms. Kürzere Attack-Zeit würde die Transienten unterdrücken.
  3. Ratio: nach Geschmack. Letztendlich abhängig vom Ausgangpegel (Mischungsverhältnis) des Kompressors. Nutze dein Gehör!
  4. Release: nach Geschmack, sodass maximale Rhythmik und Druck erreicht wird.
  5. Output: nach Geschmack. Selten jedoch jenseits von -6 dB.

Wähle einen Kompressor der RMS-abhängig (Durchschnittspegel) komprimiert für die beste Betonung.

Fazit: Parallele Kompression für mehr Transparenz und/oder Betonung

Parallele Kompression beim Mastering kann gegenüber der normalen Kompression mehr transparenz oder eine bessere Betonung des gesamten Sounds in der Summe bedeuten. Probiere es einfach mal aus. Nutze die Vorgehensweise wie im Artikel beschrieben. Nehme dazu einen geeigneten Kompressor, wie z.B. im Artikel Mastering Kompressor aufgezeigt.

Wie komprimierst du die Summe parallel? Kommentare sind willkommen. Deine Musikbegeistertes Umfeld nutzt die parallele Kompression zu wenig? Dir hat der Artikel weitergeholfen? Gerne kannst du den Artikel über die Teile-Buttons auf Facebook und Co teilen. Vielen Dank.

Schreibe einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here