Manche Synthesizer altern nicht.
Sie werden zu Mythen.
Der originale Memorymoog gehört genau in diese Kategorie. Ein Instrument, das in den 80ern für seinen gigantischen Analog-Sound gefeiert wurde – und gleichzeitig für seine berüchtigte Unberechenbarkeit. Warm, roh, lebendig. Aber auch teuer, wartungsintensiv und oft kaum kontrollierbar.
Genau diesen Charakter bringt Arturia jetzt zurück.
Mit dem neuen Memory V veröffentlicht der französische Hersteller eine moderne Software-Version des legendären Memorymoog. Und schon nach den ersten Demos wird klar: Hier geht es nicht einfach nur um Vintage-Nostalgie. Memory V will diesen riesigen, dreckigen Analog-Sound einfangen, den viele moderne Plugins zu sauber und zu perfekt klingen lassen.
Für Synth-Fans könnte das einer der spannendsten Releases des Jahres werden.
Warum der Memorymoog bis heute Kultstatus hat
Der originale Memorymoog war Moogs letzte große polyphone Synthesizer-Ansage vor dem finanziellen Zusammenbruch der Firma in den 80ern. Drei Oszillatoren pro Stimme, sechs Stimmen Polyphonie und dieser riesige, warme Analog-Sound machten ihn schnell zu einer Ikone.
Viele beschreiben ihn bis heute als „sechs Minimoogs in einem Gerät“.
Das Problem: Das Original war berüchtigt für technische Probleme. Stimmungsschwankungen, Abstürze und hoher Wartungsaufwand gehörten praktisch zum Alltag. Heute kosten funktionierende Geräte teilweise über 15.000 Euro.
Genau hier setzt Arturia an.
Was Arturia beim Memory V besonders gut macht
Arturia versucht nicht einfach nur, einen Vintage-Synth hübsch nachzubauen. Stattdessen reproduziert Memory V gezielt genau die Eigenschaften, die Musiker am Original geliebt haben – inklusive der kleinen Unsauberkeiten.
Das Plugin basiert auf einer detaillierten Modellierung der originalen Schaltung, inklusive:
- drei frei laufender Oszillatoren pro Stimme
- klassischem Moog-Ladder-Filter
- analogem Drive-Verhalten
- subtiler Instabilität und Drift
- charakteristischem Overdrive des Originals
Besonders spannend ist dabei der neue „Vintage Dispersion“-Regler. Damit lässt sich die berühmte analoge Instabilität gezielt dosieren – von leicht lebendig bis komplett chaotisch.
Und genau das macht den Reiz aus.
Denn perfekte digitale Synths gibt es inzwischen genug. Memory V klingt dagegen organisch. Groß. Teilweise sogar gefährlich.
Moderne Features statt Vintage-Limitierungen
Natürlich bleibt Arturia nicht komplett in den 80ern hängen.
Memory V erweitert das Konzept massiv:
- bis zu 12 Stimmen Polyphonie
- MPE-Unterstützung
- modernes Modulationssystem
- Multi-Arpeggiator
- integrierte Effekte
- über 300 Presets
- Drag-and-Drop-Modulation
Gerade die Kombination aus Vintage-Sound und modernen Workflow-Funktionen dürfte Produzenten begeistern, die zwar den Charakter alter Hardware lieben, aber nicht mehr mit Tuning-Problemen kämpfen wollen.
Wie klingt Arturia Memory V wirklich?
Die kurze Antwort: überraschend kompromisslos.
Memory V klingt nicht geschniegelt oder steril. Der Synth hat Gewicht. Breite. Bewegung. Vor allem Pads, Brass-Sounds und aggressive Unison-Leads profitieren enorm von der dreifachen Oszillator-Architektur.
Besonders beeindruckend ist das Verhalten im unteren Mittenbereich. Genau dort entsteht dieser riesige Vintage-Sound, den viele moderne Software-Synths nie wirklich authentisch hinbekommen.
Auch die Verzerrung des Filters wirkt angenehm roh und musikalisch. Dreht man den Drive auf, entsteht genau dieses leicht überforderte Verhalten, das man von alten Analogmaschinen kennt.
Die Community reagiert überraschend positiv
In Synthesizer-Foren und Reddit fällt das erste Feedback bisher erstaunlich euphorisch aus.
Viele Nutzer loben vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis und den authentischen Charakter des Plugins. Besonders Besitzer der Arturia V Collection bekommen aggressive Upgrade-Preise angeboten – teilweise nur 49 Dollar.
Natürlich gibt es auch die üblichen Diskussionen darüber, wie nah Software jemals an echte Vintage-Hardware herankommen kann. Aber selbst skeptische Nutzer scheinen beeindruckt zu sein, wie lebendig Memory V klingt.
Preis und Verfügbarkeit
Arturia Memory V ist ab sofort erhältlich und kostet regulär 149 Dollar beziehungsweise 149 Euro. Besitzer anderer Arturia-Produkte erhalten teilweise deutliche Rabatte.
Fazit: Einer der spannendsten Retro-Synth- Releases des Jahres
Arturia hat in den letzten Jahren viele Vintage-Klassiker emuliert. Aber Memory V fühlt sich anders an.
Vielleicht weil der Memorymoog nie ein „perfekter“ Synth war. Sondern ein wildes, instabiles Monster mit Charakter.
Und genau diesen Charakter scheint Arturia erstaunlich gut eingefangen zu haben.
Memory V ist nicht einfach nur Nostalgie-Software.
Es ist ein modernes Produktionswerkzeug mit Seele.
Für Produzenten, Sounddesigner und Synth-Liebhaber könnte das einer der interessantesten Software-Synthesizer des Jahres werden.
Arturia Memory V bei Thomann anschauen.*
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