Cubase – externe Instrumente einfügen

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VST-Instrumente sind günstig, praktisch und werden immer hochwertiger. Allerdings fehlt das haptische Gefühl. Und viele Klassiker klingen doch noch besser als die entsprechende Emulation. Außerdem werten echte Keyboards oder Synthesizer das Musikstudio auf. Wie bindet man aber diese externen Instrumente effektiv in Cubase ein?

Wenn du in deinem Homestudio mit einem externen Instrument arbeiten möchtest, ist die richtige Verbindung zum Audio Interface der erste und entscheidende Schritt. Egal ob du ein Hardware-Instrument, einen Synthesizer, ein Keyboard, eine Drum Machine oder ein anderes Outboard-Gerät nutzt – ohne korrekte Verkabelung leidet nicht nur die Soundqualität, sondern oft auch dein Workflow.

Schritt 1 – Externes Instrument anschließen

1. Die richtigen Anschlüsse verstehen

Bevor du dein externes Instrument anschließt, solltest du dir die Ein- und Ausgänge deines Audio Interfaces genau ansehen. Typische Anschlüsse sind:

  • Line Inputs (Klinke 6,3 mm) – für Synthesizer, Drum Machines und andere Line-Signale
  • XLR-Eingänge – meist für Mikrofone, teilweise auch als Kombibuchsen nutzbar
  • Instrument Inputs (Hi-Z) – speziell für Gitarren oder Bässe
  • MIDI In/Out – für die Steuerung und Synchronisation externer Klangerzeuger

Je nach Gerät und Signaltyp ist der passende Eingang entscheidend für optimale Klangqualität.

2. Line-Signale richtig verbinden

Die meisten externen Instrumente wie Synthesizer oder Keyboards liefern ein sogenanntes Line-Signal. Dieses verbindest du in der Regel so:

  • Nutze ein 6,3 mm Klinkenkabel (TRS oder TS)
  • Verbinde den Output deines Instruments mit dem Line Input deines Audio Interfaces
  • Achte darauf, ob dein Instrument mono oder stereo ausgibt (ggf. zwei Kabel verwenden)

Tipp: Für Stereo-Instrumente solltest du zwei Eingänge am Interface nutzen und diese in deiner DAW als Stereo-Kanal konfigurieren.

3. Pegel richtig einstellen

Ein häufiger Fehler ist ein falscher Eingangspegel. So vermeidest du Probleme:

  • Drehe den Gain-Regler am Interface zunächst herunter
  • Spiele dein Instrument und erhöhe den Pegel langsam
  • Achte darauf, dass das Signal nicht clippt (rote Anzeige vermeiden)
  • Ziel ist ein sauberer, kräftiger Pegel ohne Verzerrung

4. Instrument vs. Line – der Unterschied

Viele Einsteiger verwechseln Instrument-Level und Line-Level:

  • Instrument-Level (Hi-Z): für Gitarren/Bässe
  • Line-Level: für Synthesizer, Grooveboxen, Sampler

Ein falscher Eingang kann zu schlechtem Klang oder zu leisem Signal führen. Nutze daher immer den passenden Anschluss.

5. MIDI-Verbindung (optional)

Wenn du dein externes Instrument nicht nur aufnehmen, sondern auch steuern möchtest, kommt MIDI ins Spiel:

  • Verbinde MIDI Out vom Interface → MIDI In am Instrument
  • Und ggf. MIDI Out vom Instrument → MIDI In am Interface
  • So kannst du Noten, Clock und Automationen übertragen

Das ist besonders wichtig für DAW-Integration und Synchronisation.

6. Alternative: USB-Verbindung

Viele moderne Hardware-Instrumente bieten auch eine direkte USB-Verbindung. Diese kann:

  • Audio übertragen (je nach Gerät)
  • MIDI-Daten senden und empfangen
  • Die Anzahl benötigter Kabel reduzieren

Allerdings ist ein klassisches Audio Interface oft stabiler und bietet bessere Wandlerqualität.

Schritt 2 – In Cubase das externe Instrument einrichten

1. Audioverbindungen in Cubase einrichten

Gehe wie folgt vor:

  • Öffne Studio > Audioverbindungen > Externe Instrumente
  • Klicke auf „Externes Instrument hinzufügen“
  • Vergib einen aussagekräftigen Namen (z. B. „Mein Synth“)
  • Wähle die Anzahl der Ausgänge (Mono oder Stereo)

👉 Wichtig: Wenn dein Instrument ein Stereo-Signal liefert (was bei den meisten Synthesizern der Fall ist), solltest du Stereo auswählen, um die volle Klangbreite zu erhalten.

In demselben Fenster klickst du nun auf „keine Verknüpfung“ und „Gerät erzeugen“.

Dann landest du im folgenden Menü:

2. Neues MIDI-Gerät erzeugen

Unter „Name“ gibst du am besten den Namen deines externen Instruments ein. In meinem Fall „Roland JU-06 A“. Für ein sauberes Setup kannst du unter „Gleiche Kanäle“ nur die „1“ aktiviert lassen. Nun klicke 2x auf „Ok“.

3. Audiointerface-Treiber wählen und Eingänge festlegen

Nach dem Anlegen musst du dein Instrument mit den physischen Eingängen deines Audio Interfaces verknüpfen:

  • Weise dem externen Instrument die zuvor eingerichteten Audioeingänge zu
  • Wähle genau die Inputs, an denen dein Gerät angeschlossen ist (z. B. Input 3 + 4, weil der Roland JU-06 A an diese Eingänge meines Audiointerfaces angeschlossen sind)

Damit sagst du Cubase, wo das Audiosignal deines Hardware-Geräts ankommt. Außerdem wähle unter „Audiogerät“ dein angeschlossenes Audio Interface.

Tipp: Achte darauf, dass die Eingänge bereits im Bereich „Eingänge“ korrekt erstellt wurden – sonst tauchen sie hier nicht auf.

Wähle in dem aktuellen Fenster nun „Keine Verknüpfung“, „MIDI-Geräte“ und „MIDI-Geräte-Verwaltung öffnen“.

3. MIDI-Gerät, „Keine Verknüpfung“

Nach einem Klick auf „MIDI-Geräte-Verwaltung öffnen“ wird das folgende Fenster „MIDI-Geräte-Verwaltung“ angezeigt:

Wähle unter „Installierte Geräte“ dein Gerät aus. In meinem Fall der „Roland JU-06 A“. Dann klickst du auf den Punkt 2, der im Screenshot zu sehen ist, und wählst dein externes Gerät aus. In meinem Fall „Boutique JU-06A“.

FERTIG!

Mit dieser Einrichtung passiert etwas Entscheidendes:

  • Dein externes Instrument wird in Cubase wie ein virtuelles Instrument (VST) behandelt
  • Audio- und MIDI-Routing werden zentral verwaltet
  • Du kannst dein Hardware-Equipment später bequem im Projekt laden

Das ist die Grundlage für einen modernen Hybrid-Workflow, bei dem Hardware und Software perfekt zusammenspielen.

Schritt 3 – Dein externes Instrument in Cubase aufrufen

Wir wollen nun eine Instrumenten-Spur mit deiner gerade hinzugefügten Hardware erstellen. Unter „Spur hinzufügen“ erstellst du dieses Mal nicht eine Spur mit einem Plugin, sondern wählst dein gerade erstelltes Instrument aus. Ja, das geht genauso einfach! Cool!

Spiele nun einmal auf dein Instrument (vielleicht ein schöner analoger Synthesizer?). Du solltest diesen nun hören. Wieder cool! Aber es kommt noch besser:

Drücke „record“ und nehme das Gespielte auf. Es werden dir nun MIDI-Noten angezeigt, die du wie gewohnt auch noch im Nachgang bei Bedarf anpassen kannst. Außerdem wird jede Bewegung der Hardware-Regler aufgenommen! Und (!) du kannst den Sound mit weiteren Effekt-Plugins bearbeiten. Wie wäre es mit einem Delay?

Das macht Spaß!

Einen analogen Synthesizer mit deiner DAW zu verbinden, hebt dein Musikmachen auf ein ganz anderes Level. Du greifst den Sound wirklich mit den Händen – jede Bewegung an den Reglern bringt sofort Leben und Charakter in deinen Track. Statt nur Presets zu nutzen, kannst du neue Klangwelten entdecken und dich kreativ richtig austoben.

Auch wenn Plugins und KI schnelle Ergebnisse liefern, passiert hier etwas Besonderes: Du erschaffst deinen eigenen Sound, mit Ecken, Kanten und Persönlichkeit. Und genau das macht das Musikmachen so unglaublich spaßig und erfüllend. Am Ende weißt du:

Das ist dein Werk – du bist der Urheber und hast den Song selbst erschaffen. Und was du erschaffst, gehört dir: Nachmachen ist nur mit deinen Rechten erlaubt.

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