Cubase – Gesang, Rap (Vocals) richtig aufnehmen (Recording) 2026

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Im ersten Teil dieser Anfänger-Serie wurde verständlich Schritt für Schritt erklärt, wie du möglichst schnell und effektiv vom leeren Projekt bis hin zu deiner ersten eingespielten Spur gelangst. Was wäre jedoch ein Pop- oder HipHop-Song ohne Gesang oder Rap (Vocals)? In diesem Tutorial wird dir erklärt, wie du deinen Gesang in Cubase richtig aufnehmen kannst.

Was brauche ich? Damit du die Vocals aufnehmen kannst, benötigst du als erstes das nötige Equipment (Hardware), und zwar Folgendes:

  1. Audiointerface mit Mikrofonanschluss,
  2. Mikrofon,
  3. XLR-Kabel, um Mikrofon und Audiointerface zu verbinden und
  4. Kopfhörer (geschlossene. Bei offenen Kopfhörern dringt der Schal zu sehr nach außen bzw. ins Mikrofon. Wir wollen aber im besten Fall nur den Gesang auf deiner Aufnahme haben).

Equipment-Empfehlungen für Einsteiger und Fortgeschrittene:

Denkt bitte daran, wie im ersten Teil (Cubase Anfänger Tutorial – Erste Schritte) aufgezeigt, in eurem derzeitigen Projekt zunächst

  • den korrekten Audio-Treiber (von eurem Audiointerface),
  • die richtige Samplerate und Bit-Auflösung (44.1 kHz Samplerate bei 24 Bit Auflösung) und
  • das richtige Tempo

auszuwählen und den Locator korrekt zu positionieren. Positioniere den Locator so, dass genau der Bereich im Song markiert ist, in dem du deine oder eine andere Stimme aufnehmen willst. Du möchtest den ganzen Song durchsingen? Dann markiere mit dem Locator den ganzen Song.

Das richtige Kabel + Eingang deines Audiointerfaces auswählen

Nun stecke ein Ende des Mikrofonkabels bzw. XLR-Kabels in das Mikrofon und das andere Ende in den Mikrofon-Eingang deines Audiointerfaces. Bei den meisten Audiointerfaces ist so ein Eingang eine Kombibuchse für Klinken- und XLR-Stecker.

Das Steinberg UR22 Audiointerface, das mittlerweile durch das Yamaha UR22 MK3 ersetzt wurde. Von links nach rechts: Input 1 regelt die Verstärkung (Gain) des ankommenden Signals, über den beiden Combo-Buchsen eine LED, die aufleuchtet, wenn das Signal clippt, +48V LED leuchtet, wenn Phantomspeisung aktiviert ist; Input 2 ist für die Verstärkung des Signals für die zweite Combo-Buchse zuständig, HI-Z Knopf, um den hochohmigen Eingang für die zweite Combo-Buchse zu aktivieren; Input-DAW-Mix-Regler (mit diesem bestimmst du den Anteil zwischen DAW-Signal und das eingehende Signal, z.B. Gesang); Lautstärkeregler für Kopfhörer und Lautsprecher (Audioausgang).

Wichtig ist, dass ihr ein XLR-auf-XLR-Kabel verwendet (siehe das Foto unten). Ein XLR-auf-Line-Kabel ist dafür nicht geeignet. Bei einem solchen Kabel würdet ihr das Line-Signal in den Line-Eingang eures Audiointerfaces stecken. Dieser Eingang ist jedoch nicht für Mikrofone gedacht und liefert kein korrektes Signal für eine Mikrofonaufnahme.

Mikrofonkabel (XLR) von Cordial, wie im Bild zu sehen, für Mikrofone bei Thomann ansehen.*

Wenn ihr ein Kondensatormikrofon benutzt, benötigt dieses Strom, um zu funktionieren. Dieser Strom wird als Phantomspeisung bezeichnet und über das XLR-Kabel übertragen. Nachdem ihr das Mikrofon mit dem Audiointerface verbunden habt, aktiviert ihr an eurem Interface die Phantomspeisung. Der entsprechende Schalter ist in der Regel mit „48 V“ beschriftet. Erst danach ist das Kondensatormikrofon einsatzbereit.

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob ihr ein Kondensatormikrofon verwendet, schaut bitte in die Anleitung eures Mikrofons. Dort ist normalerweise eindeutig angegeben, ob das Mikrofon eine 48-Volt-Phantomspeisung benötigt.

Zusätzlich stellt ihr – sofern euer Audiointerface über einen entsprechenden Regler verfügt – den Mix-Regler „Input – DAW“ in die Mittelstellung. Orientiert euch dazu auch noch einmal am oben gezeigten Bild des Steinberg-UR22-Audiointerfaces. In dieser Einstellung hört ihr sowohl das Signal aus eurer DAW (Musikprogramm), also zum Beispiel Musik oder Drums, als auch den direkten Eingang, also euren Gesang oder eure Gitarre, falls ihr diese aufnehmen möchtet.

Gesang oder Rap in Cubase aufnehmen (Recording)

Wenn du alle zuvor genannten Voraussetzungen erfüllt hast, kannst du nun mit der Arbeit in Cubase beginnen. Öffne dazu dein Cubase-Projekt und füge eine neue Audiospur hinzu. Sobald du diesen Schritt ausführst, öffnet sich ein Fenster, in dem du festlegen kannst, welche Art von Audiospur erstellt werden soll.

In diesem Fenster wählst du zunächst aus, wie viele Audiospuren du hinzufügen möchtest und ob es sich um eine Mono- oder eine Stereospur handeln soll. Für eine Gesangsaufnahme entscheidest du dich für eine Monospur, da ein einzelnes Mikrofon immer ein Monosignal liefert. Wähle außerdem zunächst nur eine Spur aus.

Optional kannst du der Audiospur bereits in diesem Fenster einen Namen geben. Es empfiehlt sich, die Spur sinnvoll zu benennen, zum Beispiel „Gesang“. So behältst du später leichter den Überblick, besonders wenn dein Projekt mehrere Spuren enthält.

Bitte den ersten Punkt „Spur hinzufügen: Audio…“ auswählen.

Links neben der Spurenliste befindet sich ein Bereich, der in Cubase „Inspector“ genannt wird. Der Inspector zeigt immer die wichtigsten Einstellungen der aktuell ausgewählten Spur an. Das bedeutet: Klickst du eine andere Spur an, ändern sich die angezeigten Einstellungen entsprechend.

Besonders wichtig ist hier die Auswahl des richtigen Eingangs deines Audiointerfaces. Über diesen Eingang gelangt das Signal deines Mikrofons oder Instruments in Cubase. In den meisten Fällen ist das Mikrofon am Eingang 1 des Audiointerfaces angeschlossen. Entsprechend sollte im Inspector als Eingang „Links – Stereo In“ ausgewählt sein. Damit teilst du Cubase mit, dass es das Signal von Eingang 1 aufnehmen soll.

Solltest du dein Mikrofon an einem anderen Eingang deines Audiointerfaces angeschlossen haben, musst du hier den passenden Eingang auswählen, damit überhaupt ein Signal aufgenommen werden kann.

Der richtige Pegel für den Gesang oder Rap beim Aufnehmen (Recording)

Als Nächstes stellen wir den Pegel ein – letztendlich so, wie es in der Schritt für Schritt Mixing-Anleitung auf Tonstudio Wissen erklärt wird.

Wir stellen den Pegel also für unsere Aufnahme auf ungefähr -18 dB ein.

Aber wie? Viele Audiointerfaces haben für das Einpegeln leider nur eine unzureichende Pegelanzeige. Oft ist gar kein Platz für eine ordentliche Pegelanzeige am Audiointerface vorhanden. Außerdem würde für den Mehrwert unser Portemonnaie noch leichter werden. Und außerdem haben wir ja unsere DAW (Musiksoftware). Dort wird der Pegel sehr genau angezeigt.

Wie funktioniert das nun in Cubase? Dazu öffne den Mixer mit dem Tastenkürzel (Shortcut) F3. Wenn du jetzt ins Mikrofon singst, wirst du wahrscheinlich noch keinen Pegel-Ausschlag sehen. Du musst nämlich noch in deiner Gesangspur oder Rapspur das kleine Lautsprechersymbol (Monitor, Mithören) anklicken (siehe nächstes Bild).

Du kannst in der Spur auf das Lautsprechersymbol (Monitor) klicken oder im Mixer.

Achtung: Damit es nicht zu Rückkopplungen kommt, solltet ihr vorher die Abhörlautsprecher (auch Abhörmonitore genannt) stumm schalten. Schließt nun eure Kopfhörer an das Audiointerface an.

Jetzt versuchen wir, den Gesang oder Rap den richtigen Pegel zu verpassen. Der Cubase-Mixer hat rechts eine große Pegelanzeige. Diese zeigt das ankommende Summensignal an. In dem Moment nur unseren Gesang. Drehe nun den Gain-Drehregler an deinem Audiointerface soweit auf, bis die große Pegelanzeige in Cubase bei lauten Signalen nicht weiter als etwas -6 bis -10 dB (Peak) ausschlägt.

Peak RMS Aufnehmen Erklärung
Links eine kostenpflichtige Pegelanzeige vom Dritthersteller Brainworx (Plugin Alliance). Rechts die Summenpegelanzeige von Cubase. Pegel den Gesang so ein, dass der Peak bei -6 bis – 10 dB liegt.

Das wissen reicht erst einmal am Anfang, um den Gesang ordentlich aufzunehmen. Schlägt die Pegelanzeige also bei lauten Signalen nicht weiter als etwas -6 bis -10 dB aus, hast du deinen Pegel korrekt eingestellt. Es ist natürlich einfacher, wenn du in dem Moment einen Sänger oder Rapper hast, der beim Einpegeln sing oder rappt, ansonsten musst du beides machen. Also beim Singen auch auf die Pegelanzeige schauen.

Klicke zunächst in der ausgewählten Gesangsspur auf den roten Aufnahme-Button. Dadurch wird die Spur aufnahmebereit geschaltet. Cubase weiß nun, dass diese Spur den Gesang aufnehmen soll.

Die Aufnahme startest du nun direkt über die Transportleiste von Cubase oder über die Tastatur. Klicke dazu auf den Record-Button in der Transportleiste. Alternativ kannst du die „*“-Taste auf dem Nummernblock deiner Tastatur verwenden. Cubase beginnt nun mit der Aufnahme deines Gesangs.

Cubase nimmt den Gesang als WAV-Datei in der ausgewählten Audiospur auf. Aufgenommen wird jedoch nur innerhalb des Bereichs, der durch die Locatoren festgelegt ist. Setze den Positionszeiger daher einige Takte vor den eigentlichen Gesangseinsatz. So hast du genügend Zeit, dich vor dem Einsatz auf den Beat, das Tempo und die Tonlage einzustimmen.

Wie im ersten Artikel dieser Serie erklärt, klickst du als Nächstes, um die Aufnahme zu starten, dieses mal nicht auf den Cycle-Knopf, sondern ganz rechts auf Aufnahme (record). Du kannst dafür auch auf dem Nummernblock deiner Tastatur das Symbol „*“ drücken.
Falls nicht schon automatisch geschehen, aktiviere den roten Knopf „Aufnahme aktivieren“.

Um die Aufnahme zu stoppen, drückst du einfach auf das Stopp-Symbol im Transportfeld oder (einfacher) die „Leertaste“ auf deiner Tastatur.

Moment! Am Anfang dieses Abschnittes stand etwas von -18 dB einpegeln. Aufmerksame Tonstudio-Wissen-Leser haben nun einen Vorteil. Sie wissen, dass damit der RMS-Pegel gemeint ist. Das ist die zweite Anzeige (zweiter schwarzer Strich in der Mitte; RMS) in der großen Summenanzeige im Mixer rechts (siehe oben das Bild von der Brainworx- und Cubase-Pegelanzeige). Ich empfehle es wirklich sehr, sich dazu den Artikel

Der richtige Pegel beim Aufnehmen (Recording)

durchzulesen, um ein besseres Verständnis für die Pegelanzeige zu bekommen. Wirklich wichtig für tolle Mixe. Nicht nur für Vocals, sondern auch generell, um MIDI-Spuren (VSTs, virtuelle Instrumente) in Audio umzuwandeln.

Das ist wirklich sehr wichtig für eine gute Soundqualität – auch wenn du dich nicht für das Abmischen interessieren solltest. Der Toningenieur kann übrigens aus einem schlecht aufgenommenen Mix, keinen hervorragenden Mix zaubern. Das Abmischen beginnt beim Produzieren (Producing) und Aufnehmen (Recording).

Ich achte nämlich auf den RMS-Pegel. Ist der RMS-Pegel bei -18 dB sollte du auch keine Sorge haben, dass der Peak (-Pegel) übersteuert und die Aufnahme dadurch verzerrt ist bzw. klingt.

Da du am Anfang noch sehr auf die Technik fokussiert sein wirst, wird die erste Aufnahme wahrscheinlich nicht perfekt werden. Macht nichts! Du kannst immer wieder eine Aufnahme starten. Danke, liebes digitale Zeitalter.

In einer Schleife aufnehmen

Damit du einen Abschnitt immer wieder hintereinander singen kannst, kannst du den Cycle-Modus aktivieren (in einer Schleife aufnehmen). Dazu drücke im Transport-Bereich das Cycle-Symbol.

Cycle-Symbol

Ist der durch die Locatoren markierte Bereich aktiv und die Cycle-Funktion eingeschaltet, wird dieser Abschnitt immer wieder in einer Schleife aufgenommen. Startest du nun die Aufnahme, legt Cubase automatisch einen sogenannten Take-Ordner an. In diesem Ordner werden alle einzelnen Durchläufe deiner Aufnahme, also die verschiedenen Takes, übersichtlich gesammelt.

Jeder neue Durchlauf wird dabei als eigener Take gespeichert. So kannst du dich ganz auf deine Performance konzentrieren, ohne die Aufnahme jedes Mal neu starten zu müssen. Nach der Aufnahme hast du die Möglichkeit, die besten Stellen aus den verschiedenen Takes auszuwählen.

Um alle aufgenommenen Takes sichtbar zu machen, klickst du in deiner Gesangsspur auf „Unterspuren anzeigen“. Cubase klappt daraufhin den Take-Ordner auf und zeigt dir alle einzelnen Takes untereinander an. Mit der Maus kannst du nun die besten Passagen auswählen oder zwischen den Takes wechseln, um dir die jeweils beste Version anzuhören.

Klicke auf das Symbol „Unterspur anzeigen“.

Wie auch schon aus dem ersten Teil dieser Serie bekannt, werden auch hier die im Tutorial aufgeführten Tastenkürzel noch einmal zusammengefasst:

  • F3 – Mixer
  • * – Aufnahme starten
  • Leertaste – Start und Stopp

Im nächsten Teil wird verständlich erklärt, wie du die Stimme bearbeitest, korrigierst und doppelst.

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