Neumann KH 310 II & KH 350: Neue Studiomonitore mit gewaltigem Anspruch

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Quelle: Neumann
Rechts der neue KH 310 II und links der neue KH 350. Quelle: Neumann

Neumann erweitert seine KH-Familie

Neumann legt nach: Mit dem KH 310 II und dem neuen KH 350 bringt der Berliner Hersteller gleich zwei 3-Wege-Studiomonitore an den Start. Beide richten sich an anspruchsvolle Anwendungen wie Recording, Mixing und Mastering – verfolgen dabei aber unterschiedliche Konzepte.

Während der Neumann KH 310 II den bewährten, vergleichsweise kompakten 3-Wege-Aufbau modernisiert und erstmals mit DSP-Technik ausstattet, geht der neue KH 350 deutlich in Richtung größerer Räume und längerer Hörabstände.

Das Spannende daran: Beide Monitore sollen nicht einfach nur möglichst präzise klingen. Sie sind Teil eines Systems, das sich über DSP, Raumanpassung und die übrigen Lautsprecher der KH-Familie flexibel erweitern lässt.

Und genau hier wird es interessant.

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Neumann KH 310 II und KH 350: Was ist der Unterschied?

Auf dem Papier haben beide Studiomonitore einiges gemeinsam. Beide arbeiten als 3-Wege-Systeme, beide setzen auf Neumanns MMD-Waveguide und beide sind für kritisches Abhören konzipiert.

Der entscheidende Unterschied liegt vor allem im Einsatzbereich und der Größe des Systems.

Der KH 310 II ist die kompaktere Lösung und bleibt dem Grundkonzept des bisherigen KH 310 treu. Der KH 350 ist dagegen größer dimensioniert und soll auch in mittelgroßen Räumen sowie bei Hörabständen zwischen etwa 1,2 und 3 Metern seine Stärken ausspielen.

Vereinfacht gesagt:

KH 310 II für das hochwertige Nahfeld – KH 350 für den Schritt Richtung Midfield.

Allerdings ist die Trennlinie nicht ganz so scharf. Auch der KH 350 kann im Nahfeld eingesetzt werden und soll sich dank seiner Abstrahlcharakteristik auch dort überzeugend integrieren lassen.

Neumann KH 350: Der neue große Bruder

Der Neumann KH 350 ist die spannendste Neuerscheinung der beiden Modelle. Der 3-Wege-Studiomonitor kombiniert einen kräftigeren Tieftonbereich mit DSP-Technik und einer kontrollierten Schallabstrahlung.

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Der Frequenzgang reicht laut Hersteller von 27 Hz bis 21 kHz. Gerade der untere Frequenzbereich macht deutlich, wohin die Reise geht: Der KH 350 möchte nicht nur ein präziser Mitten-Spezialist sein, sondern auch bei tiefen Frequenzen souverän aufspielen.

Dafür setzt Neumann auf eine Bassreflex-Konstruktion.

Das dürfte vor allem für Produzenten und Engineers interessant sein, die beim Arbeiten mit tiefen Bässen möglichst wenig Unterstützung durch einen Subwoofer benötigen möchten. Gleichzeitig lässt sich der KH 350 natürlich in ein größeres Monitor-Setup integrieren.

Großer Sweet-Spot dank MMD-Waveguide

Eine der wichtigen Technologien ist der MMD-Waveguide – kurz für „Mathematically Modeled Dispersion“.

Das Ziel dahinter ist eine möglichst gleichmäßige Schallabstrahlung. Für die Praxis bedeutet das vor allem einen größeren und kontrollierteren Sweet-Spot.

Und genau das ist bei einem Studiomonitor enorm wichtig.

Denn ein Lautsprecher kann auf dem Papier noch so linear arbeiten: Wenn sich der Klang schon wenige Zentimeter außerhalb der optimalen Hörposition drastisch verändert, wird präzises Arbeiten unnötig schwierig.

Beim KH 350 soll die kontrollierte Abstrahlung deshalb nicht nur für einen größeren Sweet-Spot sorgen, sondern auch bei größeren Hörabständen Vorteile bringen.

DSP und Raumanpassung: Der entscheidende Schritt

Eine der wichtigsten Gemeinsamkeiten der neuen Neumann-Monitore ist die Integration von DSP.

Beim KH 350 lässt sich das System mit dem optional erhältlichen MA 1 Raumkorrektursystem kombinieren. Dadurch kann der Lautsprecher auf die akustischen Eigenschaften des jeweiligen Raumes abgestimmt werden.

Das ist mehr als ein nettes Zusatzfeature.

Denn selbst ein hervorragender Studiomonitor kann in einem problematischen Raum nicht einfach die Gesetze der Raumakustik außer Kraft setzen. Reflexionen, Raummoden und Aufstellung beeinflussen die Wiedergabe erheblich.

Die Möglichkeit, Lautsprecher und Raum mithilfe einer automatisierten Einmessung aufeinander abzustimmen, ist deshalb gerade für moderne Produktionsumgebungen interessant.

Anschlüsse für professionelle Setups

Auch bei den Anschlüssen zeigt sich, dass Neumann den KH 350 nicht als einfachen Desktop-Monitor versteht.

Neben einem analogen XLR-Eingang stehen digitale AES3id-Anschlüsse über BNC zur Verfügung.

Damit lässt sich der KH 350 auch in komplexere professionelle Monitoring-Systeme integrieren. Zusammen mit Neumanns Subwoofern und Monitor-Control-Lösungen entsteht so ein skalierbares System.

Das ist besonders interessant für Studios, in denen nicht nur ein einzelnes Stereopaar zum Einsatz kommt.

Neumann KH 310 II: Ein Klassiker bekommt ein großes Update

Beim Neumann KH 310 II ist der Name Programm: Der neue Monitor baut auf dem bekannten KH-310-Konzept auf, bringt aber einige wichtige technische Neuerungen mit.

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Die vielleicht größte davon ist der integrierte DSP.

Damit ist der KH 310 II deutlich moderner aufgestellt als sein Vorgänger. Zusammen mit dem MA 1 lässt sich der Lautsprecher auf die akustischen Bedingungen des jeweiligen Raumes abstimmen.

Der Frequenzbereich reicht laut Neumann von 29 Hz bis 21 kHz.

Damit bleibt der KH 310 II trotz seiner kompakteren Bauweise ein ausgesprochen vollwertiger 3-Wege-Studiomonitor.

Überarbeiteter Verstärker und neue Tieftontechnik

Auch unter der Haube hat Neumann Hand angelegt.

Der KH 310 II verfügt über einen überarbeiteten Class-D-Verstärker und eine optimierte DSP-basierte Signalverarbeitung. Dazu kommt ein neuer beziehungsweise überarbeiteter Tieftöner mit ELFF-Technologie, der auch bei größeren Auslenkungen geringe Verzerrungen ermöglichen soll.

Für den Studioalltag ist außerdem die integrierte Limiter-Struktur interessant. Sie soll den Lautsprecher bei zu hohen Pegeln schützen.

Neumann gibt für den neuen KH 310 II zudem 5 dB mehr maximalen Schalldruckpegel an.

Das ist eine jener Änderungen, die auf dem Datenblatt vielleicht unspektakulär aussehen, in der Praxis aber durchaus relevant sein können. Denn ein Studiomonitor sollte nicht nur bei moderaten Lautstärken sauber spielen, sondern auch dann kontrolliert bleiben, wenn es im Studio einmal etwas lauter wird.

Geschlossene Bauweise trifft kontrollierte Abstrahlung

Im Gegensatz zum KH 350 arbeitet der KH 310 II mit einem geschlossenen Gehäuse.

Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Konzepten.

Der KH 310 II ist dadurch stärker auf ein kontrolliertes, präzises Nahfeld-Monitoring ausgelegt. Der KH 350 geht mit seiner Bassreflex-Konstruktion dagegen einen Schritt weiter in Richtung tieferer Basswiedergabe und größerer Hörabstände.

Beide Ansätze haben ihre Berechtigung – und genau deshalb ist der direkte Vergleich interessanter als die Frage, welcher Monitor grundsätzlich „besser“ ist.

KH 310 II vs. KH 350: Welcher Studiomonitor passt zu wem?

Wer einen neuen Studiomonitor sucht, sollte sich nicht allein von technischen Daten leiten lassen.

Die wichtigere Frage lautet: Wie groß ist der Raum und wie weit sitze ich von den Lautsprechern entfernt?

Neumann KH 310 II

Quelle: Neumann

Der KH 310 II dürfte besonders interessant sein für:

  • kleinere und mittlere Regieräume
  • Nahfeld-Monitoring
  • Recording und Mixing
  • professionelle Projektstudios
  • Anwender, die den klassischen KH-310-Charakter schätzen
  • Setups, die von der DSP-basierten Raumanpassung profitieren sollen

Neumann KH 350

Quelle: Neumann

Der KH 350 richtet sich dagegen stärker an:

  • mittelgroße Räume
  • Hörabstände von etwa 1,2 bis 3 Metern
  • Midfield-Anwendungen
  • immersive Studios
  • anspruchsvolles Mixing und Mastering
  • Setups mit höherem Anspruch an die Tieftonwiedergabe

Natürlich sind diese Grenzen nicht in Stein gemeißelt. Auch der KH 350 kann im Nahfeld funktionieren, während der KH 310 II in einem entsprechend konzipierten Raum weit mehr als nur ein einfacher Desktop-Monitor ist.

Die gemeinsame DNA ist ein großer Vorteil

Ein besonders interessanter Punkt ist die Kompatibilität innerhalb der KH-Familie.

Neumann stimmt seine Studiomonitore auf eine gemeinsame Klangsignatur ab. Dadurch können unterschiedliche Modelle miteinander kombiniert werden.

Das ist gerade bei immersiven Produktionsumgebungen (Dolby Atmos) ein wichtiger Vorteil.

Wer beispielsweise ein größeres Mehrkanal- oder Immersive-Audio-System plant, möchte nicht unbedingt unterschiedliche Lautsprechercharaktere im selben Setup miteinander vermischen.

Die KH-Familie verfolgt hier einen konsequenten Ansatz: unterschiedliche Größen und Einsatzbereiche, aber eine möglichst einheitliche klangliche Grundlage.

Lohnt sich der KH 310 II trotz des hohen Preises?

Die hinteren Anschlüsse des KH 310 II . Quelle: Neumann
Die hinteren Anschlüsse des KH 350. Quelle: Neumann

Der KH 310 II ist kein günstiger Studiomonitor.

Mit einem Preis von rund 2.979 Euro pro Lautsprecher bewegt er sich klar im professionellen Segment. Der KH 350 liegt mit rund 3.579 Euro pro Stück noch einmal darüber.

Damit sind wir weit entfernt von der typischen Ausstattung eines Homestudios.

Aber genau das ist der Punkt: Neumann richtet diese Lautsprecher nicht primär an Einsteiger.

Wer regelmäßig mischt, mastert oder professionell produziert, verbringt unter Umständen tausende Stunden mit seinen Monitoren. In diesem Zusammenhang wird die Frage nach dem Preis deutlich komplexer.

Ein Lautsprecher, der zuverlässig und reproduzierbar zeigt, was tatsächlich in einem Mix passiert, ist schließlich kein dekoratives Studio-Accessoire.

Er ist eines der wichtigsten Werkzeuge im Raum.

Fazit: Zwei Monitore, ein ziemlich klares Ziel

Mit dem KH 310 II und dem KH 350 zeigt Neumann, wohin sich die KH-Familie entwickelt: weg vom einzelnen Studiomonitor und hin zu einem skalierbaren Monitoring-System, bei dem Lautsprecher, DSP und Raumkorrektur zusammenspielen.

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Der KH 310 II ist dabei das spannendere Update für alle, die den bekannten 3-Wege-Monitor in einer moderneren Version wollen. Der integrierte DSP, die neue Signalverarbeitung, der überarbeitete Verstärker und die optimierte Tieftontechnik machen ihn zu weit mehr als einem kosmetischen Nachfolger.

Der KH 350 geht noch einen Schritt weiter.

Er verbindet die typische Neumann-Idee eines möglichst präzisen Monitors mit mehr Tiefton, größerem Gehäuse und der Möglichkeit, auch bei größeren Hörabständen überzeugend zu arbeiten.

Welcher ist besser?

Eine pauschale Antwort wäre falsch.

Für ein hochwertiges Nahfeld-Setup erscheint der KH 310 II als die logischere Wahl. Wer dagegen einen größeren Raum besitzt, weiter entfernt sitzt oder ein leistungsfähigeres Monitoring-System aufbauen möchte, dürfte mit dem KH 350 deutlich interessanter fahren.

Eines ist allerdings klar: Mit diesen beiden Modellen wird die KH-Familie ziemlich komplett.

Und Neumann macht damit unmissverständlich deutlich, dass man im professionellen Monitoring nicht einfach nur „gut klingen“ möchte. Die Messlatte liegt höher: Der Monitor soll möglichst wenig zwischen Engineer und Musik stehen.

Technische Daten im Überblick

Neumann KH 310 IINeumann KH 350
System3-Wege3-Wege
BauweisegeschlossenBassreflex
Frequenzgang29 Hz – 21 kHz27 Hz – 21 kHz
DSPJaJa
Raumanpassungmit MA 1mit MA 1
WaveguideMMDMMD
Analoger EingangXLRXLR
DigitalAES3id / BNC
EinsatzNahfeldNahfeld / Midfield
Preisca. 2.979 € pro Stückca. 3.579 € pro Stück

Kurz gesagt: Der KH 310 II ist das präzise Werkzeug für anspruchsvolles Nahfeld-Monitoring. Der KH 350 ist der größere Schritt, wenn Raum, Hörabstand und Tieftonanspruch wachsen.

Beide zeigen aber dasselbe: Neumann will die KH-Serie nicht nur aktuell halten – der Hersteller will sie als professionelles Monitoring-System für die nächsten Jahre positionieren.

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