Es gibt Drum Machines, die einen bestimmten Sound geprägt haben – und dann gibt es die Roland TR-808, die ganze Musikgenres verändert hat. Der charakteristische, tief wummernde Bassdrum-Sound, die knackige Snare, die metallischen Hi-Hats und natürlich die berühmte Cowbell sind längst mehr als nur einzelne Drumsounds: Sie sind Teil der modernen Musikgeschichte.
Das Beste daran: Wer heute den Sound der originalen TR-808 in seiner DAW haben möchte, muss nicht nach einem seltenen Gebrauchtgerät suchen. Das offizielle Roland Cloud TR-808 Plugin ist aktuell bei Thomann im Angebot und kostet dort nur 55 Euro statt 158 Euro.
Roland TR-808-Plugin bei Thomann.*
Die Drum Machine, die zunächst als Flop galt
Die Geschichte der TR-808 beginnt im Jahr 1980. Roland brachte die Drum Machine als programmierbaren Rhythm Composer auf den Markt. Sie sollte Musikern und Produzenten eine Möglichkeit geben, Schlagzeugbegleitungen zu programmieren – ohne einen echten Schlagzeuger aufnehmen zu müssen.
Doch der Sound der 808 war für die damalige Zeit ungewöhnlich. Während andere Drum Machines zunehmend auf realistisch klingende Samples setzten, erzeugte die TR-808 ihre Sounds mit analogen Schaltungen und speziell abgestimmten elektronischen Komponenten.
Das Ergebnis klang nicht unbedingt wie ein echtes Schlagzeug. Die Bassdrum war viel zu groß und lang, die Hi-Hats waren künstlich und metallisch, die Snare hatte einen eigenwilligen Charakter und die Cowbell klang – nun ja – unverkennbar nach 808.
Genau das sollte sich später als Stärke herausstellen.
Die TR-808 wurde nur relativ kurz produziert: Roland fertigte sie von 1980 bis 1982, insgesamt entstanden rund 12.000 Exemplare. Kommerziell war sie zunächst kein großer Erfolg. Erst nachdem die Geräte gebraucht deutlich günstiger zu bekommen waren, entdeckten immer mehr junge Produzenten und Musiker ihr ungewöhnliches Klangpotenzial.
Warum die TR-808 so legendär wurde

Was die TR-808 so besonders macht, ist nicht der Versuch, ein echtes Schlagzeug möglichst realistisch nachzuahmen. Im Gegenteil: Sie klingt künstlich – und genau deshalb funktioniert sie so gut.
Vor allem die Bassdrum wurde zu einem Markenzeichen. Sie besitzt einen extrem tiefen, langen Ausklang und kann im Mix beinahe wie ein eigenes Bassinstrument funktionieren. Produzenten können die Tonhöhe und Decay-Zeit verändern und damit aus einem einzelnen Drum-Sound ganz unterschiedliche Ergebnisse herausholen.
Dazu kommen die charakteristischen Snare- und Clap-Sounds, die schneidenden Hi-Hats, der Rimshot und natürlich die Cowbell.
In den 1980er-Jahren wurde die TR-808 zu einem wichtigen Werkzeug für Hip-Hop, Electro, House und Techno. Später fand sie ihren Weg in Pop, R&B und praktisch jede Form elektronischer Musik. Künstler und Produzenten entdeckten, dass die 808 nicht einfach einen Beat begleitet – sie kann selbst zum musikalischen Hauptdarsteller werden.
Roland beschreibt die 808 heute als eine der einflussreichsten elektronischen Musikinstrumente überhaupt. Ihre Sounds wurden zum charakteristischen Bestandteil unterschiedlichster Genres und sind bis heute in neuen Produktionen zu hören.
Die TR-808 ist heute ein Sammlerstück
Die kurze Produktionszeit und die relativ geringe Stückzahl haben die originale TR-808 längst zu einem begehrten Vintage-Instrument gemacht.
Und wer heute eine originale Maschine sucht, muss entsprechend tief in die Tasche greifen. Gut erhaltene Exemplare können mehrere Tausend Euro kosten. Je nach Zustand, Wartung, Originalität und Zubehör schwanken die Preise deutlich.
Das macht die originale 808 nicht nur zu einem Musikinstrument, sondern auch zu einem Sammlerstück.
Und genau deshalb ist die Software-Variante interessant: Man bekommt den legendären Roland-Rhythmuscomputer, ohne ein Jahrzehnte altes Gerät warten, reparieren oder für mehrere Tausend Euro kaufen zu müssen.
Roland modelliert die 808 statt sie einfach zu samplen
Beim Roland Cloud TR-808 handelt es sich nicht einfach um eine Sammlung von Samples.
Roland verwendet seine Analog Circuit Behavior (ACB)-Technologie. Dabei werden die Schaltungen und das Verhalten der ursprünglichen Hardware analysiert und anschließend virtuell nachgebildet. Roland berücksichtigt dafür unter anderem originale Geräte, Schaltpläne und historische Informationen. Ziel ist es, nicht nur das Ergebnis eines einzelnen Samples wiederzugeben, sondern das Verhalten der ursprünglichen Schaltung nachzuahmen.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Bei einem Sample kann man beispielsweise einen aufgenommenen 808-Kick abspielen. Beim modellierten Instrument dagegen werden die Parameter des Sounds entsprechend der virtuellen Schaltung verändert. Genau dadurch lassen sich die Möglichkeiten der ursprünglichen Maschine deutlich besser nachbilden.
Das Plugin liefert damit den typischen Boom, Snap und Sizzle der 808 direkt in der DAW.
Mehr als nur eine Kopie der Hardware
Roland hat dem Plugin außerdem einige Funktionen spendiert, die über das hinausgehen, was die originale Hardware konnte.
Der klassische TR-REC-Step-Sequencer ist vorhanden, wurde aber erweitert. Die einzelnen Drum-Instrumente besitzen eigene Sequenzspuren, außerdem gibt es Flams, Sub-Steps und Soft Hits. Damit lassen sich wesentlich komplexere Patterns und moderne Ratchet-ähnliche Sequenzen programmieren.
Auch die interne Schaltung lässt sich gezielt übersteuern. Dadurch kann man die einzelnen Sounds stärker anfetten und unterschiedliche Klangfarben erzeugen. Das ist besonders interessant, wenn die 808 nicht nur möglichst originalgetreu, sondern etwas aggressiver und moderner klingen soll.
Mit anderen Worten: Roland versucht hier nicht, die 808 hinter Glas zu stellen. Das Plugin soll wie eine 808 funktionieren – bietet aber gleichzeitig Möglichkeiten, die man bei einer echten Vintage-Maschine nicht hätte.
Und jetzt für 55 Euro bei Thomann
Aktuell wird das Roland Cloud TR-808 Plugin bei Thomann für 55 Euro angeboten. Der reguläre Preis liegt dort bei 158 Euro, womit das Plugin momentan 65 Prozent günstiger ist. Thomann weist außerdem einen 30-Tage-Bestpreis von 158 Euro aus.
Das ist gerade deshalb interessant, weil die TR-808 zu den Drum Machines gehört, deren Sound man immer wieder in Produktionen gebrauchen kann. Kick, Snare, Clap, Hi-Hats und Percussion lassen sich einzeln bearbeiten und in modernen DAW-Workflows problemlos weiterverarbeiten.
Das Plugin unterstützt VST2, VST3, AU und AAX und kann damit in den gängigen DAW-Umgebungen eingesetzt werden.
Wer also schon immer einmal eine originale TR-808 besitzen wollte, aber keine Lust hat, mehrere Tausend Euro für ein Vintage-Gerät auszugeben, bekommt hier eine ziemlich unkomplizierte Alternative.
Fazit: Ein echtes Vintage-Schätzchen
Die Roland TR-808 ist ein schönes Beispiel dafür, dass technische „Unperfektheit“ manchmal genau das ist, was einen Sound unsterblich macht.
Was 1980 zunächst wie eine merkwürdig künstlich klingende Drum Machine wirkte, wurde wenige Jahre später zu einem der wichtigsten Sounds der modernen Musik. Die lange Bassdrum, die trockene Snare, die metallischen Hi-Hats und die Cowbell sind heute sofort erkennbar.
Und während eine originale TR-808 mittlerweile ein echtes Vintage-Schätzchen ist, gibt es den offiziellen Roland-Sound aktuell für einen Bruchteil des Preises als Plugin.
55 Euro bei Thomann sind für ein Stück Musikgeschichte im Plugin-Format derzeit ein ziemlich interessantes Angebot.
Roland Cloud TR-808 bei Thomann anschauen.*
Möchtest du ein bisschen das Hardware-Feeling von einer TR-808 haben, dann ist die Roland TR-08 sehr empfehlenswert. Ich werde in absehbarer Zeit einen ausführlichen Test für euch schreiben, da ich die TR-08 schon länger besitze.
Roland TR-08 bei Thomann anschauen.*

























